Alle Wege führen nach... Kronstadt

Drei Autobahnen, ein Regionalkrankenhaus, eine Mehrzweckhalle: nur Versprechungen?

„In sechs Jahren möchte ich sagen können ‘Alle Wege führen nach … Kronstadt‘ (nicht nach Rom)“, betonte Premierminister Ludovic Orban anlässlich seines kürzlich stattgefundenen Besuchs in der Stadt unter der Zinne. Fraglich ist nur, welches Amt er zu dem Zeitpunkt ausüben wird, nachdem in diesem Land die Regierungschefs allgemein dieses Amt nicht lange ausüben. Doch normal wäre es, dass ein festgelegtes und genehmigtes Projekt unabhängig von der politischen Couleur der Regierung auch beibehalten und durchgeführt wird.

Knotenpunkt für drei Fernstraßen

Seit 30 Jahren wird von der Autobahn Bukarest – Kronstadt/Bra{ov gesprochen. Projekte standen angeblich fest, auch die Baugesellschaften und Baustellen. Doch dabei blieb es, bis auf den Abschnitt von der Hauptstadt bis Ploie{ti. Die weitere Teilstrecke durch das Prahovatal, und somit die Überquerung der Karpaten, ist gegenwärtig nur ein Vorhaben. Dabei ist diese Verbindung von mehreren Standpunkten aus betrachtet besonders wichtig: Sie würde die Anbindung zwischen der Hauptstadt, somit dem Süden des Landes, und den Kreisgebieten aus dem Karpatenbogen sichern, in denen die wirtschaftliche Entwicklung besonders gut vorangekommen ist und auch früher schon bestand. Außerdem ist an den Wochenenden und in der Ferienzeit der Touristenstrom zu den Wanderausgangspunkten und Sportzentren nicht mehr zu bändigen, die Wartezeiten im Stau auf der Nationalstraße DN 1 betragen oft Stunden. Und dann sind von Kronstadt aus die Straßen- und Eisenbahnverbindungen in die Nachbargebiete – die Kreise Hermannstadt/Sibiu, Arge{, Harghita – von Bedeutung. Ein 6,3 km langes Teilstück zwischen Rosenau/Râșnov und Neustadt/Cristian des Autobahnabschnittes Comarnic – Kronstadt soll im November den Verkehr aufnehmen. 

Orban betonte, das Ziel der Regierung sei es, sämtliche Straßenverbindungen zu den anderen Gebieten zu sichern. Dabei bezog er sich auf drei Autobahn-Projekte: Den bereits genannten Abschnitt bis Bukarest, dann den bis Hermannstadt und den dritten bis Bacău, der ebenfalls durch die Karpaten führen muss. Was die Autobahn bis Comarnic betrifft, wurde auf das öffentlich-private Prozedere verzichtet. Es wurde versichert, dass der Bau ein strategisches Vorhaben der Regierung sei. 

Das technische Projekt soll mit europäischen Mitteln finanziert werden. Die bisherigen Projekte sollen Änderungen erhalten, die Ortschaften werden durch Umgehungsstraßen umfahren. Bis 2026 sollen diese gebaut werden. Dafür ist auch der kürzlich gegründete Verein „Prahova-Tal in Aktion“, dem der Kronstädter Kreis und die Städte Sinaia, Bu{teni, Azuga, Comarnic und Rosenau angehören.

Weitere Infrastrukturvorhaben

Die Arbeiten am zukünftigen internationalen Flughafen laufen nicht nur nach Plan, sondern sind diesem sogar gute 20 Tage voraus. Dieser Flughafen ist fundamental wichtig für das gesamte Gebiet, betonte der Premierminister. Nach Bukarest und Klausenburg/Cluj ist das Terminal der drittgrößte landesweit. Auch wird der Flughafen für den Warenumschlag von großer Bedeutung sein. Die Regierung hat daher das Projekt mit 50 Millionen Lei unterstützt. Zu schätzen sei der Kronstädter Kreisrat für die Finanzierungen und für die Infrastruktur im Gebiet, betonte Orban.

Außer dem Flughafen, ein Projekt, für das insgesamt 250 Millionen Lei aufgebracht werden müssen, besteht noch das des regionalen Krankenhauses, das vom Kronstädter Bürgermeisteramt gefördert wird. Diesbezüglich hat Orban die Unterstützung der Europäischen Entwicklungsbank beantragt, aber auch die Stadt und der Kreis werden dazu beitragen. Was die Straßeninfrastruktur betrifft, soll noch eine Alternative für die Entlastung der Nationalstraße DN 1 durch das Doftana-Tal von Câmpina bis S˛cele gebaut werden. Diese wird 58 Kilometer Länge messen. Die Machbarkeitsstudie wurde bereits ausgeschrieben, wie Transportminister Lucian Bode betonte, der den Premier begleitete.

Auch die Eisenbahninfrastruktur befindet sich in einer Modernisierungsetappe: Für die Strecke zwischen Kronstadt und Schäßburg/Sighișoara sind 1,2 Milliarden Euro von europäischen Mitteln veranschlagt. Dieses Projekt, das in Arbeit ist, dient der Erhöhung der Geschwindigkeit und der besseren Nutzung des Eisenbahntransportes auf dem europäischen Verkehrskorridor. Eine Finanzierung versprach Premier Orban seitens der Regierung auch für die Mehrzweckhalle, die in Bartholomä/Bartolomeu gebaut werden soll. Dafür benötigt es rund 280 Millionen Lei, die diese zu einem modernen Sportkomplex werden lassen. Ludovic Orban geizte nicht mit seinen Aussagen in Kronstadt. Die besorgniserregende Ausbreitung der Corononavirus-Epidemie im Kreisgebiet bezeichnete er als nachvollziehbar, da die Bevölkerung allgemein nach der Lockerung der Alarmstufe die Sicherheitsvorkehrungen nicht mehr als so streng betrachtet.

Bezogen auf die zukünftigen Lokalwahlen betonte er, dass die Nationalliberale Partei (PNL) den amtierenden Bürgermeister George Scripcaru, der parteilos ist, für ein weiteres Mandat unterstützen wird. Ein zusätzliches hoffnungsvolles Argument, dass die vom Premierminister vor Ort gemachten Einschätzungen und Versprechungen nicht nur auf dem Papier bleiben werden, ist, dass er selbst Kronstädter Wurzeln hat.

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