Neue Leiterin an der Deutschen Spezialabteilung

Constanze Klein möchte die DSA in Temeswar weiterentwickeln

Constanze Klein leitet die Deutsche Spezialabteilung an der Nikolaus-Lenau-Schule in Temeswar. Foto: privat

Die Deutsche Spezialabteilung (DSA) an der Nikolaus-Lenau-Schule in Temeswar/Timișoara hat seit Schuljahresbeginn eine neue Leiterin. Constanze Klein kommt aus Stuttgart und folgt Sigrid Kadur im Amt, die nach sechs Jahren die Stadt an der Bega verlassen hat, um nach Deutschland zurückzukehren (wir berichteten).

Constanze Klein unterrichtet die Fächer Deutsch, Spanisch und Psychologie – an der Deutschen Spezialabteilung in Temeswar wird sie allerdings nur Deutsch unterrichten. „Ich möchte gerne die Deutsche Spezialabteilung weiterentwickeln, was die Zweizügigkeit betrifft“, sagt Constanze Klein. Seit vergangenem Herbst ist die Deutsche Spezialabteilung wieder zweizügig, sodass es in diesem Schuljahr zwei zehnte Klassen, für Sozialwissenschaften bzw. Mathematik-Informatik, sowie dieselben Fachrichtungen bei den beiden neunten Klassen der Spezialabteilung gibt.

Die Entscheidung, eine Stelle im Ausland zu besetzen, fiel nach einem „langen Prozess“, wie Constanze Klein berichtet. Zwischen 1997 und 2003 war sie an der Deutschen Schule in Madrid tätig, kehrte anschließend nach Stuttgart zurück, wo sie unterrichtete, als Fachberaterin für Schulentwicklung und als Teil der erweiterten Schulleitung arbeitete. „Ich habe Schulen unterschiedlicher Schulformen beraten, viele Jahre Abitur abgenommen und an der Schulentwicklung meiner eigenen Schule mitgewirkt. Dann war irgendwann der Zeitpunkt gekommen, all das, was ich gelernt habe, zusammenzuführen, und das sollte, nach den guten Erfahrungen in Spanien, wieder im Ausland sein“, sagt Constanze Klein. „Temeswar habe ich zufällig gesehen, als die Stelle ausgeschrieben war. Ich habe über die Geschichte der Stadt gelesen, mich mit Frau Sigrid Kadur über die Schule ausgetauscht und das Feuer war entfacht! Ich wusste sofort, dass man dort gute Arbeit leistet und ich Lust habe, da mitzumachen und die Deutsche Spezialabteilung mitzugestalten“, erzählt Constanze Klein weiter.

Bevor sie nach Rumänien kam, wusste sie nur sehr wenig über das Land. „In Deutschland beschäftigt man sich eher wenig mit Rumänien“, sagt Constanze Klein. „Zu Unrecht, denn es ist ein schönes Land im Wandel, das sich zu entdecken lohnt. Besonders auch Temeswar, bald europäische Kulturhauptstadt im Jahr 2023. Die Menschen sind freundlich und zugewandt und eine gute schulische Ausbildung hat hier einen hohen Stellenwert“. Auch die Schüler in Rumänien seien sehr motiviert. „Da sehe ich Gemeinsamkeiten. Auch ich setze mir Ziele und möchte etwas erreichen, deswegen gehe ich gern an Stellen, wo was zu tun ist. Ich habe gesehen, dass hier eine Aufbruchstimmung herrscht“, sagt die neue DSA-Leiterin.

Im Nikolaus-Lenau-Schulkollektiv hat sich Constanze Klein schnell eingelebt. „Ich habe ganz tolle Kollegen, sowohl rumänische, als auch deutsche, die mich in allen Belangen unterstützen. Alle sind sehr hilfsbereit und herzlich, wir können prima miteinander arbeiten“, erzählt sie. „Ich habe das Gefühl, ich wohne hier schon seit sechs Monaten. Das Einzige, was meinen Eindruck trübt, ist, dass ich noch kein Rumänisch spreche“, sagt Constanze Klein, die vor etwa eineinhalb Monaten nach Temeswar gezogen ist.

Die Deutsche Spezialabteilung an der Nikolaus-Lenau-Schule ist in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Woran das liege, das kann Constanze Klein noch nicht so genau sagen. „Es mag vielleicht daran liegen, dass die Schüler von der rumänischen Seite sehr gut für die Mittel- und Oberstufe vorbereitet werden. Sie sind in der Regel besonders motiviert und lernen schnell. Die Konzepte, wie man in Rumänien und Deutschland unterrichtet und lernt, ergänzen sich offenbar sehr gut“, schätzt Constanze Klein. Spezifisch für die Deutsche Spezialabteilung sei aber auch noch, dass „die Schüler lernen, mündig zu werden. D. h. sich zu Persönlichkeiten zu entwickeln, die lernen, Sachverhalte selbstständig einzuschätzen, kritisch zu prüfen, zu bewerten und dann ihrer Position entsprechend zu argumentieren, damit sie später auch die Gesellschaft aktiv mitgestalten und Verantwortung übernehmen“.

Im ersten Jahr ihres Aufenthaltes in Rumänien möchte sich Constanze Klein vorerst in alle Belange gründlich einarbeiten und auch unter Pandemiebedingungen das hohe Niveau halten. „Das, was hier an Vorarbeit geleistet worden ist, werde ich weiterführen. Die Deutsche Spezialabteilung hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt. Wir sind nun im zweiten Jahr zweizügig und werden weiterwachsen, das ist eine Herausforderung“, sagt Constanze Klein. Des Weiteren soll die Zusammenarbeit mit der rumänischen Schulleitung weiter intensiviert werden. Als nächster Schritt ist hier die Gestaltung einer gemeinsamen Homepage geplant. An der DSA in Temeswar unterrichten derzeit vier Lehrer aus Deutschland. Zirka 170 Schüler besuchen gegenwärtig die Deutsche Spezialabteilung an der Nikolaus-Lenau-Schule.

 

cffviseu

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