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Einzigartige Landschaften, reiches Freizeitangebot

Mikroregion Fogarasch – touristisch vielversprechend für die Zukunft

Idylle mit Schwänen am Wassergraben der Fogarascher Burg

Zwei Anziehungspunkte in Fogarasch: die neue orthodoxe Kathedrale sowie der Hotel- und Gaststättenkomplex „Bulevard“ (links), am Boulevard, der die Stadt durchquert.

Das Touristenzentrum mit Forellenzucht von Albota am Fuß des Fogarascher Gebirges Fotos: der Verfasser

Einzigartig ist dieses Gebiet durch seine vielseitigen Angebote für Kulturtourismus; einzigartig auch von den Anreisemöglichkeiten her, da die Nationalstraße DN1, die Kronstadt/Brașov mit Hermannstadt/Sibiu verbindet, mittendurch führt. Zweigt man von dieser ab, gelangt man in die Gemeinden und Dörfer  entlang des Fogarascher Massivs. Dort kann man aus jeder Ortschaft ins Gebirge aufsteigen. Oder man fährt rechts über den Alt-Fluss in eine Hügellandschaft, die viele reizvolle Überraschungen bietet.

Es ist ein Gebiet traditionellen Brauchtums, vor allem der Rumänen, aber auch der Siebenbürger Sachsen, besonders in den Dörfern der Alt-Ebene und in Fogarasch, wo es noch eine kompakte Bevölkerungsgruppe gibt, die, im  Gemeindeverband zusammengeschlossen, weitere acht ehemalige sächsische Diasporagemeinden umfasst. Einige der größten Anziehungspunkte sind das orthodoxe Kloster von Sâmbăta de Sus, das Gestüt von Sâmbăta de Jos, die Transfogarascher Bergstraße, die Heilbäder von Perșani, die Narzissenwiese bei Schirkanyen/Șercaia, die geheimnisvollen „Pyramiden“ von Schienen/Șona, die mittelalterliche Festung im Stadtzentrum von Fogarasch/Făgăraș und vieles mehr.

Mikroregion Fogarasch gegründet

Vier Städte und 29 Gemeinden , die in den Grenzgebieten der beiden benachbarten Kreise Kronstadt und Hermannstadt liegen, haben sich in der Mi-kroregion Fogarasch zusammengeschlossen, als Möglichkeit für die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Das betonte bei der Gründungssitzung, die am 25. Februar im Thronsaal der Fogarascher Festung stattfand, auch EU-Kommissarin Corina Crețu. Sie erteilte auch den Rat, diese Strategie schnell  an die Regierung einzureichen, damit sie in die Landesstrategie aufgenommen werde.  Nach dem Donaudelta ist die Mikroregion Fogarasch das zweite Gebiet, dass sich eines solchen Status erfreuen soll. 200.000 Hektar wilde Flächen mit jungfräulichen Wäldern, einer reichen Flora und Fauna gehören dazu. Ungefähr 2,5 Milliarden Euro  aus europäischen Mitteln für die Finanzierung einiger Projekte, die der Region Impulse geben sollen, werden erwartet, betonte Corina Crețu. Als größte Investitionen  werden der Bau einer Schnellstrasse zwischen Mândra und Schellenberg/Șelimbăr, sowie der eines großen Logistikzentrums betrachtet.

Aus dem Kreis Kronstadt haben sich diesem Projekt die beiden Städte Fogarasch – als Zentrum der Mikroregion – sowie Viktoriastadt/Orașul Victoria, die Gemeinden Beclean, Großschenk/Cincu, Drăguș, Hârseni,  Lisa, Mândra, Părău, Comăna, Recea, Schirkanyen, Șinca, Șinca Nouă, Sâmbăta de Sus, Scharosch/Șoarș, Ucea, Viștea, Voila, Seiburg/Jibert und Tekes/Ticuș  angeschlossen. Aus dem Hermannstädter Kreis sind es Freck/Avrig und Talmesch/Tălmaciu, die Gemeinden Cârțișoara, Kerz/Cârța, Arpașu de Jos, Porumbacu de Jos,  Racovița, Turnu Roșu, Schellenberg,  Boița, Braller/Bruiu, Rotberg/Roșia. Viele dieser Dörfer haben besondere touristische Angebote, Wander- oder Fahrradwege, moderne Pensionen.

Vielfältige Badelandschaft

Die Zeit für die Eröffnung der Freibäder naht. 46 Kilometer von Kronstadt entfernt und 21 Kilometer vor Fogarasch liegt direkt an der Nationalstraße das Freibad von Perșani. Kenner und Rheumaleidende sind fest überzeugt,  dass der dortige Schlamm die gleichen Heilwirkungen wie der an der Meeresküste von Techirghiol aufweist.  Das große Schwimmbecken  ist an sonnigen Tagen sehr gefragt.  Sonnenschirme und Liegestühle säumen das Becken, eine große Rasenfläche  steht den  Gästen zur Verfügung. Eine Gaststätte und Terrassen bieten eine reiche Auswahl an Speisen und Getränken. Die Anfahrt kann man auch mit dem Personenzug Kronstadt – Fogarasch bzw. Hermannstadt oder den Bussen des Unternehmens Codreanu antreten, die jede Stunde, an Feiertagen jede zweite, dort halten. Aber auch Busse anderer Transportfirmen, z. B. Axi, halten dort.
Nicht weit entfernt liegt die Narzissenwiese  bei Schirkanyen. Zur Blütenpracht im Mai treffen zahlreiche Besucher ein. Obwohl die Blume unter Naturschutz steht, trifft man immer wieder Menschen, die riesige Sträuße pflücken. Einige werden auch am Straßenrand zum Verkauf angeboten.

Kurz vor der Einfahrt nach Fogarasch kann man in der noblen Badeanlage „Laguna Albastră“ angenehme Stunden oder Tage verbringen. Vor der Tankstelle biegt man links ab und ist nach etwa 500 Metern am Ziel. Mehrere Schwimmbecken und Rutschen stehen zur Verfügung, einladende Terrassenlokale warten auf Gäste. An Wochenenden sind meistens sehr viele von auswärts kommende Gäste anwesend. Auch in Viktoriastadt gibt es ein Freibad, wenn auch für weniger Anspruchsvolle. Die Schwimmbecken sind in Ordnung, doch mangelt es an Unterkünften. Campinghäuschen stehen zur Verfügung, auch kann man dort zelten. Um ans Ziel zu gelangen, muss man in Ucea de Jos von der Nationalstrasse links abbiegen.

Geheimnisvolle „Pyramiden“, historische Gemäuer

Nur fünf Kilometer von Fogarasch entfernt befindet sich die Ortschaft Șona. Fährt man über den Alt-Fluss, gelangt man auf einer Gemeindestraße ins Dorf  und stößt auf acht kegelförmige Hügel von etwa 30 Metern Höhe. Für diese geheimnisumwobenen Hügel, auch als „Pyramiden“ bezeichnet, gibt es bislang keine wissenschaftliche Erklärung. Es wurden zwar Grabungen vorgenommen, die aber nur Keramik oder Spieße zum Vorschein brachten.  Waren es Grabstellen - oder führten Erdrutsche zu deren Bildung? 2009 drangen Diebe, in der Hoffnung, auf einen Schatz zu stoßen, in die Hügel ein – ohne Erfolg. Die ungewöhnlichen Formationen locken dennoch immer mehr Touristen an.

Auch im Museum von Fogarasch in der  im Stadtzentrum befindlichen Festung, deren Bau auf das 14. Jahrhundert zurückgeht, findet man keine Erklärung über die kegelartigen Gebilde. Doch sind dort viele  andere thematische Ausstellungen zu besichtigen. Die Festung, die als Residenz siebenbürgischer Fürsten, aber auch als Gefängnis politischer Häftlinge diente, wurde 1599 von Michael dem Tapferen besetzt, der sie seiner Gemahlin Stanca schenkte. Nachdem dem er in der Schlacht von Mirăslău besiegt wurde, zog er sich von dort zurück.

In Fogarasch - bis 1886 Residenz des gleichnamigen Distrikts, dann bis 1918 des Komitats - können eine Reihe historischer Kirchen besichtigt werden.  Die jüngste davon ist die evangelische Kirche, deren klassizistischer Bau in den Jahren 1842 bis 1843 von Carl Brukenthal finanziert wurde. Das Stadtzentrum wird durch die neue orthodoxe Kathedrale geprägt, deren vergoldetes Dach schon aus weitere Ferne  in der Sonne strahlt.

Entspannen am Forellenteich

Verlässt man Fogarasch, sollte man bei der Ausfahrt in Richtung Hermannstadt (links über das Bahngleis) einen Abstecher zum Naturpark „La lacuri“ einlegen. Dort lockt eine einladende Gaststätte mit Terrassen und drei Fischteichen in ruhiger Atmosphäre, die einem nach der Hektik des Verkehrs auf der Nationalstraße wohlverdiente Entspannung bieten. Alternativ könnte man auf dieser weiterfahren und in Arpașul de Jos  nach Albota einbiegen. Die dort befindliche Forellenzucht, die Gaststätte mit Terrassen und Übernachtungsmöglichkeiten, kann bis zu 1000 Gäste pro Tag aufnehmen. Eigentümer ist der bekannte Siebenbürger Sachse Martin Müller, ein Rückkehrer und Unternehmer, der auch das Hermania-Restaurant in Hermannstadt besitzt. In einem Laden bietet er   Produkte aus der eigenen Wirtschaft an.

Wieder auf der DN1, stellt sich nun die Qual der Wahl: Fährt man auf der Fogarascher Gebirgsstraße zum Bulea-See hinauf und überquert die Karpaten im Kreis Argeș, fährt man weiter nach Kerz und besichtigt die dortige Zisterzienserabtei, oder fährt man in Richtung Freck, wo man sich das Sommerpalais des Barons von Brukenthal ansehen sollte?

Zu  immer beliebteren Anziehungspunkten werden auch die Kirchenburgen im Umfeld: Kleinschenk, Großschenk, Scharosch, Bekokten, Felmern, Seligstadt oder Rohrbach.

 

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