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Warten auf Schnee

Drei Skianlagen im Zibinsgebirge hoffen auf baldigen Saisonbeginn / Snowboard- und Skiwettbewerbe in der Arena Platoş im Dezember und Januar

Dank Schneekanonen gibt es den Skispaß auch an warmen Tagen – wie hier in Gura Râului.

Kaum Wartezeiten an den Liften gab es in der vergangenen Saison auf der Poiana Poplăcii.

Snowboarder im Funpark in der Arena Platoş.
Fotos: Holger Wermke

Der Wetterbericht macht derzeit keine allzu großen Hoffnungen auf einen Beginn der Wintersportsaison. Die Temperaturen steigen nach zwei Wochen mit Minusgraden derzeit wieder auf frühlingshafte Werte. Niederschläge sind auch weiterhin nicht in Sicht. Keine guten Aussichten also für die Betreiber der Skianlagen im Kreis Hermannstadt/Sibiu.

Auf der Poiana Poplăcii, etwa 4 Kilometer vor der Hohen Rinne/Păltiniş gelegen, bereiten sich die Betreiber der Skianlage „Arena Platoş“ auf die neue Saison vor, die eigentlich jetzt im Dezember beginnen sollte. Alles ist in diesem zweiten Jahr nach der Eröffnung 2010 ein wenig größer, ein wenig komfortabler, so versprechen es die bisherigen Ankündigungen. „Unsere Anstrengungen in der Vorbereitungszeit richteten sich auf die Korrektur, sagen wir, kleinerer Unannehmlichkeiten aus der vorherigen Saison“, meint Martin Freinademetz, einer der Geschäftsführer der Arena. Aus diesem Grund habe man den im vergangenen Jahr provisorisch angelegten Parkplatz renoviert, der heuer 400 Plätze bietet.

Wichtiger seien jedoch die Verbesserungen an den auf rund 1400 Metern Höhe gelegenen Pisten, angefangen von den Öffnungszeiten bis zu den Flutlichtanlagen. Die Arena verfügt über insgesamt fünf Pisten mit einer Gesamtlänge von 3,5 Kilometern – jede einzelne zwischen 600 und 700 Metern lang, die Anfängerpiste kommt auf 250 Meter. Jede der Pisten ist mit einem Schlepplift ausgestattet mit einer Kapazität von bis zu 1200 Personen pro Stunde. Mit dieser Ausstattung ist die Arena Platoş die größte und modernste Anlage im gesamten Kreis Hermannstadt.

Größte Anlage mit Flutlicht und Funpark

Wer sich nach dem Skifahren oder zwischendurch aufwärmen möchte, kann dies im neuen Après-Ski-Bereich tun. Dieser wird wieder in einem Zelt eingerichtet, das in diesem Jahr doppelt so groß sein soll, wie das recht überschaubare in der Vorsaison. Beschafft wurde es – wie könnte es anders sein – aus Österreich, der Heimat des ehemaligen Snowboard-Weltmeisters Freinademetz.

Neben den Pisten werde es auch wieder einen Funpark geben, kündigen die Betreiber an. Dieser fällt doppelt so groß aus wie in der vergangenen Saison und verfügt dieses Jahr über eine eigene Flutlichtanlage. „Verwegene Snowboard- und Skifahrer“ können sich auf neue Installationen freuen, wie Halfpipes und Schanzen. Gleich daneben, ebenfalls links von den Skipisten gelegen, öffnet erstmals eine 700 Meter lange Rodelbahn für Schlittenfahrten.

Anders als im Vorjahr können die Schneekanonen der Arena gleich zu Saisonbeginn in Betrieb genommen werden. Das Wasserreservoir, das 2010 kurz vor der Eröffnung fertiggestellt wurde, sei diesmal bis zum Rand gefüllt, so die Betreiber. Derzeit deuten die Wettervorhersagen auch darauf hin, dass künstlich beschneit werden muss. Ergiebige Schneefälle sind bisher jedenfalls nicht angekündigt.

Nahe bei Hermannstadt

Das Datum 10. Dezember als Beginn für die Skisaison konnten wohl auch die Betreiber der Anlage „Trecătoare Lupilor“ in Gura Râului nicht halten – obwohl auch hier Schneekanonen vorhanden sind. Man benötige ungefähr eine Woche mit niedrigen Temperaturen, um die Kunstschneeanlagen zu starten, erklärt Laura Le{eanu, die Geschäftsführerin der Anlage.

Lediglich 17 Kilometer westlich von Hermannstadt liegt das Mărginime-Dorf. Die Anlage befindet sich einen halben Kilometer hinter dem Ortsausgang, eingerichtet im Jahr 2008. Auch deren Betreiber warten mit einigen Neuerungen für die kommende Saison auf. Die bislang einzige Piste der Anlage, mit einer Länge von 500 Metern, wird um eine 200 Meter lange Abfahrt für Schlitten und Reifen erweitert. Das etwa 100 Personen fassende Restaurant wird zu einem Fast-Food-Bereich umgestaltet. Auch hier gibt es einen Schlepplift sowie Flutlichter für den Nachtbetrieb.

Neben diesen beiden modern ausgestatteten Skianlagen gibt es noch den „Oldie“ auf der Hohen Rinne.

Vom Gipfel Oneşti führt eine rund 1000 Meter lange Abfahrt hinunter zur Station des Sesselliftes. Alternativen sind die Pisten Once{ti 2 (450 Meter), Pşltiniş-Dealul Poplăcii (2200 Meter), Păltiniş-Şantă (3000 Meter), Onceşti-Păltiniş (5000 Meter) und Găujoara-Păltiniş (3600 Meter). Vor diesem bildeten sich in den Vorjahren gerade an den Wochenenden längere Schlangen, so dass hier mit Wartezeiten zu rechnen ist. Allerdings stellt sich die Frage vorerst nicht. Da es hier oben keine Schneekanonen gibt, müssen Skifahrer auf natürliche Schneefälle warten.

Dasselbe gilt für die zwei Naturpisten am Bulea See/Bâlea Lac. Fast vier Kilometer lang ist die Abfahrt vom See hinunter zur Seilbahnstation. Diese Strecke ist jedoch nur für erfahrene Sportler geeignet. Außerdem gilt es hier die Lawinengefahr zu beachten.

Über die aktuellen Pistenverhältnisse können sich potenzielle Besucher live im Internet informieren. Webcams auf den Internetseiten der Betreiber zeigen die aktuellen Pistensituationen. Die Arena-Betreiber informieren zudem über die aktuelle Schneehöhe.

Ski- und Snowboardveranstaltungen

Auch diesen Winter gibt es eine Reihe von Ski- und Snowboardwettbewerbe in den Bergen rund um Hermannstadt. Den ersten Härtetest plante die Arena Platoş bereits an diesem Sonntag. Am 18. Dezember sollte hier der World Snowboard Day organisiert werden – bei Redaktionsschluss stand nicht fest, ob der Termin zu halten war. Eine Woche nach Neujahr, zwischen dem 6. und 8. Januar, folgt das Transilvania Rookie Fest. Einen Ski-Cup veranstaltet erstmals das österreichische Generalkonsulat am 11. Februar, ebenfalls auf der Arena Platoş.



„Trecătoarea Lupilor“

Die Anlage „Trecătoarea Lupilor“ (www.trecatoarea-lupilor.ro) liegt kurz hinter Gura Râului. Geöffnet ist sie von Montag bis Freitag zwischen 10 und 22 Uhr und am Wochenende zwischen 9 und 22 Uhr. Die Preise für eine Tageskarte liegen bei 50 Lei, 10 Fahrten mit dem Lift kosten 25 Lei. Schüler und Rentner erhalten 10 Prozent Rabatt. Für das Fluchtlichtprogramm berechnen die Inhaber einen Aufschlag von 5 Lei.


Arena Platoş

Die „Arena Platoş“ (www.arenaplatos.ro) bietet bis zu fünf Pisten. Besucher fahren mit dem Auto von Hermannstadt/Sibiu über Răşinari in Richtung Hohe Rinne/Păltiniş. Etwa vier Kilometer vor der Hohen Rinne liegt der Komplex auf der Poiana Poplăcii. Die Arena ist in der Saison jeden Tag von 10 bis 17 geöffnet. Mittwoch, Freitag und Samstag bietet die Arena zwischen 17 und 22 Uhr Ski-Fahren unter Flutlicht an. Erwachsene zahlen von Montag bis Freitag für eine Tageskarte 55 Lei,  am Wochenende sind es 65 Lei bzw. 120 Lei für beide Tage. Kinder zwischen 7 und 12 Jahren zahlen 35 Lei unter der Woche und 45 Lei am Wochenende (80 Lei für beide Tage), die Preise für Rentner liegen bei 45, 55 und 95 Lei. Flutlichtfahrten kosten 50 Lei für Erwachsene sowie 30 und 40 Lei für Kinder bzw. Rentner. Kinder unter 6 Jahren dürfen in Begleitung ihrer Eltern umsonst fahren. Daneben gibt es Wochenkarten zwischen 145 Lei und 255 Lei sowie Saisonkarten zwischen 690 und 880 Lei.


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