Bukarester Börse mit schwachem Auftakt in den November

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Bukarests Wertpapierbörse startete mit einem mäßigen Umsatz in den November. Insgesamt wurden an der BVB in der ersten Novemberwoche 121,9 Millionen Lei mit Aktien umgesetzt, was einem Tagesdurchschnitt von 24,4 Millionen Lei entspricht. Der Gesamtumsatz lag um nur 3,6 Prozent über dem der Vorwoche. Die größten Umsatztreiber waren der Fonds Proprietatea (FP, 0,8 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) mit einem Volumen von 30 Millionen Lei, gefolgt von der Banca Transilvania (TLV, 2,29 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) mit 12,8 Millionen Lei Umsatz.

Auf Wochenblick war es keine gute Woche für die rumänische Börse. Die Nervosität vor allem der institutionellen Anleger angesichts der bevorstehenden US-Wahl und der Entwicklungen um Brexit machte sich auch in Bukarest bemerkbar. Die Indizes verloren zwischen 0,7 Prozent (BET und BETPlus) und 2,6 Prozent (ROTX). Die Gewinner der Woche waren die Schwerindustriewerte Electroputere (EPT, 0,0428 Lei, ISIN ROELPUACNOR3) und Turbomecanica (TBM, 0,0774 Lei, ISIN ROTBMBACNOR9) mit Zuwächsen von 14,4 und 5,16 Prozent. Die Verlierer der Woche waren das Bauunternehmen Societatea de Constructii Napoca (NAPO, 1,82 Lei, ISIN RONAPOACNOR0) und überraschenderweise die Erste Bank (EBS, 118 Lei, ISIN AT0000652011), die 11,2 Prozent und 9,6 Prozent verloren. Insgesamt legten 17 Emittenten zu, während 44 Aktien an Wert verloren.

Gute Woche für einige Energie- und Finanzwerte

Dennoch war es eine gute Woche für einige Energie- sowie Finanzwerte. Erdgas-Aktien wie Romgaz (SNG, 23,5 Lei, ISIN ROSNGNACNOR3) konnten die Woche mit einem Plus von 0,85 Prozent abschließen. Transgaz (TGN, 298 Lei, ISIN ROTGNTACNOR8) verfehlte nur knapp das Ziel zuzulegen, die Aktien verloren 0,3 Prozent auf Wochensicht. Ins Minus wurden allerdings erneut Erdölaktien gedrückt, Petrom-Papiere (SNP, 0,223 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) verloren auf Wochensicht 2,8 Prozent, da der Erdölpreis weiter unter 50 US-Dollar notiert und die Produktion weltweit zugenommen hat. Unstimmigkeiten zwischen dem Großaktionär FP und der Unternehmensleitung beim AKW-Betreiber Nuclearelectrica (SNN, 4,845 Lei, ISIN ROSNNEACNOR8) vor allem über den geplanten Bau der Reaktoren 3 und 4 drückten den Aktienkurs um 1,4 Prozent.

Die SocGen-Tochter BRD hingegen (BRD, 11,14 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2) meldete im jüngsten Quartalsbericht einen Gewinn von 586 Millionen Lei, das entspricht einem Gewinnsprung von 67 Prozent gegenüber den ersten drei Quartalen 2015. Die Erträge aus dem laufenden Geschäft lagen um knapp 10 Prozent über jenen der vergleichbaren Vorjahreszeitspanne. Zu dem guten Ergebnis trug auch der Verkauf der Anteile am Kartenbetreiber Visa bei. Um diese Sondereffekte bereinigt legte der Gewinn der Bank um 45 Prozent zu. Die Aktiva der Bank beliefen sich Ende September auf 49 Milliarden Lei. Die Aktien der Bank legten nach Bekanntgabe der Ergebnisse um 1,09 Prozent zu, auf Wochensicht betrug das Plus nur 0,7 Prozent.

 Böse Überraschung Erste

Die Erste Group Bank überraschte in der vergangenen Woche mit einer scharfen Kurskorrektur. Die Bank meldete einen Gewinn von 1,18 Milliarden Euro nach den ersten neun Monaten dieses Jahres, ein Zuwachs um 54 Prozent gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode. Allein im dritten Quartal verdiente die Bank 337 Millionen Euro, um 22 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Die Niedrigzinspolitik drückte die Zinserträge von 3,3 auf 3,2 Milliarden Euro, dafür ging der Anteil notleidender Kredite von 7,1 auf 5,5 Prozent zurück. Dennoch ahndeten Anleger in Bukarest diese Quartalsergebnisse, die Aktien gaben um satte 9,6 Prozent nach.

Devisen

Der rumänische Devisenmarkt gab ein uneinheitliches Bild ab in der ersten Novemberwoche. Der Leu konnte sich nicht gegen den erstarkenden Euro durchsetzen, die europäische Gemeinschaftswährung kletterte wieder über die 4,5-Lei-Marke und schloss die Woche mit einem Plus von 0,08 Prozent bei einem Stand von 4,5015 Lei ab. Der US-Dollar hingegen schwächelte und verlor auf Wochensicht gegenüber dem rumänischen Leu 0,066 Lei oder 1,6 Prozent. Damit gelangte die amerikanische Währung wieder sehr nahe an die 4-Lei-Schwelle, ohne diese aber unterbieten zu können. So kostete ein US-Dollar am vergangenen Montag 4,0572 Lei.

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