Hidroelectrica kauft Teile des Reschitzaer Maschinenbauwerks UCMR

Staatlicher Energieriese heuerte dazu den internationalen Berater „Ernst&Young“ an

Die von vielen Fachleuten so gesehen „einzig mögliche Lösung“ zur Rettung des nun schon seit gut neun Jahren als „zahlungsunfähig” dahinvegetierenden Reschitzaer Maschinenbauwerks UCMR scheint endlich Konturen anzunehmen: „Hidroelectrica“ hat mit dem internationalen Consulter „Ernst & Young“ (E&Y) einen auf 955.000 Lei angesetzten Beratervertrag abgeschlossen, aufgrund dessen die Beratungsfirma den Kauf von Gesellschaftsanteilen des Reschitzaer Maschinenbauwerks durch den Betreiber von Wasserkraftwerken begleiten soll.
Die Meldung kam seitens Hidroelectrica, dass man nämlich von E&Y aufgrund dieses Vertrags „Beratungs-Dienstleistungen vom Typus due-dilligence und eine Schätzung des Wertes der Aktiva von UCM Reschitza” erwarte, „welche übernommen und genutzt werden sollen zwecks Instandhaltungsarbeiten sowie bei der Modernisierung von Wasserkraftwerken”. Der Vertrag ist auf 12 Monate befristet.

Die Geschichte der Übernahme von UCMR bzw. der Rettungsversuche des Reschitzaer Maschinenbauwerks durch eine Einverleibung des traditionsreichen Werks durch den Betreiber von Wasserkraftwerken zieht sich schon über gut neun Jahre hin, seit der ersten Zahlungsunfähigkeitserklärung von UCMR, auf welche die (von Jahr zu Jahr aufgeschobene) Pleiteerklärung hätte folgen müssen, weil sich die finanzielle Lage des Werks nicht geändert hat (kaum ein Drittel der noch rund 1500 Personen umfassenden Arbeitnehmerschaft waren noch aktiv) und weil auch die Perspektiven einer Gesundung aufgrund der chaotischen Führung durch die in der Schweiz registrierte INET AG auf dem Nullpunkt waren. Die ADZ berichtete darüber wiederholt, auch von der administrativen Zerstückelung des Werks, mit massiver Kollaboration des Verwaltungsrats, und über die Aneignung der lukrativsten Teile durch die damalige Unternehmensleitung an der Spitze mit Adrian Chebu]iu – die schließlich im Gefängnis landete.

Bogdan Badea, der Generaldirektor von Hidroelectrica, sagte schon vor gut einem Jahr, dass es in der Logik der Wirtschaft Rumäniens läge, wenn der Betreiber der Wasserkraftwerke das einzige Unternehmen Rumäniens übernehmen würde, das auf den Bau und die Instandhaltung von Wasserkraftwerken spezialisiert ist und wo die Archive und alle ursprünglichen Pläne von gut 85 Prozent aller auf dem Gebiet Rumäniens befindlichen Wasserkraftwerke aufbewahrt werden. Mit in Reschitza als herrisch empfundenem Unterton sagte Badea damals: „Wir nehmen uns von dort alle Aktiva, die wir brauchen können.” 

Etwa zur gleichen Zeit bestätigte Cosmin Ursoniu, der amtierende Generaldirektor von UCMR, dass Hidroelectrica sein Interesse am Reschitzaer Maschinenbauwerk angemeldet habe: „Ein massives technisches Team von Hidro-electrica hat UCMR besucht. Es war ein Arbeitsbesuch. Sie haben dabei in großen Zügen jene Aktiva identifiziert, die sie wünschen zu besitzen. Die liegen auf unseren beiden Produktionsplattformen, in der Neustadt (Câlnicel) und in der Altstadt. Und ihre Option liegt etwa auf der gleichen Ebene mit dem, was wir intern als `lebensfähige Aktiva des Werks` bezeichnen. Das ist all das, was zur Instandhaltung und Modernisierung von Wasserkraftwerken zu gebrauchen ist.”

Hidroelectrica ist der größte Stromproduzent Rumäniens. Die Firma liefert 6444 MW Strom aus 208 Wasserkraftwerken. UCMR war schon seit seiner Umprofilierung auf den Bau von Wasserkraftwerksausstattungen der wichtigste Partner für Hidroelectrica. Nun ist vorgesehen, dass jene Teile von UCMR, die Hidroelectrica kaufen wird, im Instandhaltungsbetrieb von Hidroelectrica, Hidroserv, aufgehen. Durch den Kauf will Hidroelectrica seinen Instandhaltungsbereich verstärken und künftig möglichst alle anfallenden Instandhaltungs- und Modernisierungsarbeiten durch Vermeidung von Vergaben an Dritte selber durchführen.
 

cffviseu

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