Rumänische Börse mit schwacher Handelswoche vor Neubewertung durch FTSE

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Freitag, der 13., war nicht einmal der schlechteste Tag für die rumänische Börse, doch viel geholfen hat der schwache Tagesaufschwung in Höhe von 0,07 Prozent auch nicht. Die rumänische Börse erlebte insgesamt eine schwache Handelswoche mit Kursverlusten von bis zu 0,63 Prozent (Energiewerte-Index BET-NG). Paradoxal: Auch wenn die meisten Indizes vergangene Woche im Minusbereich abschlossen, rettete der Finanzwerte-Index BET-FI die Bilanz durch ein Wochenplus von 1,89 Prozent. Im Durchschnitt legten die rumänischen Indizes somit 0,15 Prozent auf Wochensicht zu. Dabei verlor der Hauptindex BET 0,14 Prozent, der BETPlus 0,16 Prozent und der ROTX 0,2 Prozent.

Die Umsätze konnten sich da schon eher sehen lassen. Im Vergleich zum Gesamtumsatz der Vorwoche (knapp 120 Millionen Lei) lag dieser in der vergangenen Woche um fast 21 Prozent höher bei 145,1 Millionen Lei. Das entspricht einem Tagesumsatz von 29 Millionen Lei. Größte Umsatzbringer waren der Fonds Proprietatea (FP, 1,145 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) mit einem Anteil von 22,5 Prozent, gefolgt von der Banca Transilvania (TLV, 2,355 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) mit 14,8 Prozent. Was TLV-Papiere verloren (minus 0,4 Prozent) legten FP-Aktien an (plus 0,4 Prozent).

Die Marktkapitalisierung legte in der vergangenen Woche mit 1,45 Prozent kräftig zu (168,5 Milliarden Lei oder 35,58 Milliarden Euro). Mit der Ersten Bank (EBS, 149,2 Lei, ISIN AT0000652011) – plus 5,8 Prozent – SIF Moldova (SIF2, 1,395 Lei, ISIN ROSIFBACNOR0) mit einem Gewinn von 4,88 Prozent und dem Börsenbetreiber BVB (BVB, 24,4 Lei, ISIN ROBVBAACNOR0) – dazu mehr weiter unten – standen gleich drei Finanzaktien an der Spitze der Wochengewinner. Allerdings wird nur einer von diesen Emittenten (SIF2) vom Finanzwerte-Index BET-FI abgebildet. Verlierer der Woche waren vor allem Energiewerte wie Transgaz (TGN, 346 Lei, ISIN ROTGNTACNOR8) mit einem Minus von 1,42 Prozent oder Nuclearelectrica (SNN, 12,72 Lei, ISIN ROSNNEACNOR8) mit minus 1,39 Prozent.

Rumänischer Aktienmarkt vor neuer Bewertung durch FTSE

In einer neuen Bewertungsrunde könnte die renommierte Index-Gesellschaft FTSE Russell den rumänischen Aktienmarkt Ende September zum sogenannten Schwellenmarkt („Emerging Market“) deklarieren. Laut Börsenchef Adrian Tănase erfülle der Markt in Bukarest in diesem Jahr alle Voraussetzungen dafür, sowohl die quantitativen als auch die qualitativen. Von einer Aufstufung des Börsenplatzes Bukarest verspricht man sich eine höhere Liquidität am Markt und mehr Aufmerksamkeit seitens internationaler Investoren. Der Börsenstandort Bukarest steht seit drei Jahren unter Aufsicht, um durch den Index-Betreiber FTSE Russell aufgewertet zu werden. Polen schaffte den Sprung in die nächsthöhere Liga 2017. Die Betreiberaktie BVB scheint die gute Aussicht bereits eingepreist zu haben, sie legte auf Wochensicht 3,4 Prozent zu. Der Handel mit Aktien ist im ersten Halbjahr 2019 um 25 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Zwar ist der Wert aller gehandelten Aktien seit Jahresbeginn um 14 Prozent gestiegen, doch gingen die Einkünfte des Betreibers um 17 Prozent zurück, der Gewinn um satte 62 Prozent auf 2,57 Millionen Lei.

DIGI nicht zu Ausschreibung in Ungarn zugelassen

Die ungarische Telekommunikationsbehörde NMHH hat das Angebot des rumänischen, in den Niederlanden registrierten Telekom-Unternehmens Digi Communications NV (DIGI, 29,5 Lei, ISIN NL0012294474) zur Teilnahme an der 5G-Ausschreibung zurückgewiesen. Im Rennen sind noch Magyar Telekom, Telenor und Vodafone verblieben. Die Unternehmensleitung kündigte Einspruch an. Die Aktie verlor auf Wochensicht 1,34 Prozent, seit Jahresbeginn hat die Aktie 13,9 Prozent zugelegt. Das erste Halbjahr hat Digi mit einem Gewinn in Höhe von 3,2 Millionen Euro abgeschlossen, um 75,2 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Der Umsatz lag bei 576 Millionen Euro, ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Bleibt abzuwarten, ob die Entscheidung der ungarischen Behörden Auswirkungen auf den Aktienkurs in Bukarest haben wird.

Devisen

Während der Euro in der vergangenen Woche eine Seitwärtsbewegung durchmachte, drückte der rumänische Leu den US-Dollar um 0,025 Lei und entfernte die US-amerikanische Leitwährung von der 4,3-Lei-Marke, die noch am vergangenen Donnerstag obsolet zu werden drohte. Am Montag startete der US-Dollar bei 4,2654 Lei in die neue Woche, um 0,6 Prozent unter dem Vorwochenwert; gestern lag der Kurs wieder bei 4,2803 Lei. Die europäische Gemeinschaftswährung hingegen startete fast unverändert zur Vorwoche bei 4,7354 Lei in die neue Handelswoche, am Dienstagmorgen waren mit 4,7340 Lei weiter keine bedeutenden Änderungen zu verzeichnen.


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