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Besuch von „Campus Berlin“

Vier Pädagoginnen kamen nach Temeswar

Die musikalische Früherziehung wird bei „Kinderwelt“ groß geschrieben. Nora Kalkowski (an der Gitarre) unterhielt sich mit den Erzieherinnen über dieses Thema. Foto: Kinderwelt

Temeswar - Vier Unterrichtende vom „Campus Berufsbildung“ e.V. in Berlin haben vergangene Woche den deutschen Privatkindergarten „Kinderwelt“ in Temeswar/Timişoara besucht. Der Austausch geschah im Rahmen des Programms „Erasmus+“, das nicht nur Auszubildenden, die ein Auslandspraktikum absolvieren wollen, sondern auch Unterrichtenden zur Verfügung steht. 

Der Kontakt zwischen den beiden Einrichtungen entstand vor drei Jahren, als die Leiterin des Standortes Südkreuz von „Campus Berlin“, Sabine Philbert-Hasucha, persönlich nach Temeswar kam und „Kinderwelt“ einen Besuch abstattete. Am Standort Südkreuz werden Ausbildungen in sozialen Berufen angeboten, wie zum Beispiel Alten- und Heilerziehungspflege, Sozialassistenz und eben Erziehung. Zu Jahresbeginn 2018 absolvierte die damals 20-jährige Rebecca Arndt aus Deutschland im Rahmen ihrer Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin ein sechsmonatiges Praktikum bei „Kinderwelt“ in Temeswar. Nun waren es die Dozentinnen Melanie Krause, Nora Kalkowski, Andrea Lange und Dr. Eva Fiedler von „Campus Berlin“, die das Vorschulsystem, das multikulturelle Leben in Temeswar und das rumänische Bildungssystem anlässlich ihres Besuchs im Banat kennenlernen durften. Die vier Pädagoginnen erfuhren unter anderem auch, wie die Kikus-Sprachlernmethode bei „Kinderwelt“ eingesetzt wird. Auch ein Besuch der Deutschen Spezialabteilung an der Nikolaus-Lenau-Schule stand auf dem Programm.

„Wie sind jetzt hier, weil sich unsere Schule dafür eingesetzt hat, das „Erasmus+“-Programm, das inzwischen Lehrerinnen zur Verfügung steht, zu nutzen und damit die Zusammenarbeit so richtig ins Rollen zu bringen“, sagte Nora Kalkowski.  Bei „Kinderwelt“ hatten die Pädagoginnen die Gelegenheit, sich mit den Erzieherinnen auszutauschen, unter anderem über das Schwerpunktthema „Mehrsprachigkeit“. Auch bei „Campus Berufsbildung“ gäbe es viele Auszubildende, deren Muttersprache nicht die deutsche sei – eine Herausforderung, mit der die Unterrichtenden klarkommen müssen. „Es ist ein großes Problem und auch etwas, woran noch ganz viel gearbeitet wird. Bei uns geht es nicht wirklich um Bilingualität, sondern darum, dass ganz viele verschiedene Sprachen zusammenkommen und innerhalb einer kurzen Zeit das Berufsziel erreicht werden soll“, erklärte Nora Kalkowski. Bei dem Gespräch wurde auch der Mangel an Lehrkräften – ein Problem, das auch in Deutschland aktuell ist – angesprochen. „Es liegt in erster Linie an der Anerkennung des Berufes, er hat einfach ein schlechtes Image. In vielen Bereichen liegt es aber auch an der Bezahlung“, informierte Nora Kalkowski. Nach Abschluss einer Ausbildung in Erziehung, Heilerziehung, Altenpflege oder Sozialassistenz sei es sehr leicht, in Deutschland eine Arbeitsstelle zu finden, verriet die Dozentin. „Die Absolvierenden können sich die Stellen aussuchen, aber auch deswegen ist die Fluktuation in den Einrichtungen enorm hoch“, fügte sie hinzu.

Geraldine Bullert-Zipple, die Leiterin des deutschen Privatkindergartens „Kinderwelt“, freute sich über den Besuch aus Deutschland. „Wir hatten jetzt das Glück, Lehrerinnen bei uns zu empfangen, die verschiedene für uns wichtige Bereiche abdecken, wie z.B. gesunde Ernährung, Spracherwerb, Naturwissenschaften und musikalische Früherziehung“, verriet die Kindergartenleiterin. Seit wenigen Monaten wird bei „Kinderwelt“ die Kikus-Sprachlernmethode angewandt. „Wir haben erfahren, dass sehr viele Grundschulen in Berlin mit den Kikus-Materialien ausgestattet wurden“, erzählte die Kindergartenleiterin. Ende Mai absolvierten in Temeswar alle 16 Angestellten von „Kinderwelt“ eine Fortbildung mit der Gründerin der Methode, Dr. Edgardis Garlin vom Zentrum für kindliche Mehrsprachigkeit in München (wir berichteten). „Wir haben im Oktober die Kikus-Methode bei drei Gruppen eingeführt, um diese Sprachkurse unseren Kindern anzubieten. Unser Ansporn ist es, uns bis nächstes Jahr als Kikus-Lernzentrum zertifizieren zu lassen“, sagte Geraldine Bullert-Zipple. 

Der deutsche Privatkindergarten, der zurzeit fünf Kindergruppen von der Kita bis zur Vorschule betreut, feiert im nächsten Jahr sein 20-jähriges Jubiläum. „Kinderwelt“ empfängt weiterhin Erasmus-Praktikantinnen aus Deutschland und bietet ihnen freie Kost und Logis. „Wir können von ihnen erfahren, wie Pädagogik in Deutschland vermittelt wird, welche Sprachlernmethoden es gibt, was dort anders gemacht wird, usw. Es soll eine gute Zusammenarbeit sein“, sagte Geraldine Bullert-Zipple. Für die vier Unterrichtenden von „Campus Berlin“ war der Besuch in Rumänien bereichernd. „Wir wollen gerne zukünftigen Studierenden schmackhaft machen, dass es sich lohnt, hierher zu fahren“, so Dozentin Nora Kalkowski.

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