Fallzahlen-Explosion: Behörden beschließen „Lockdown light“

Staatschef: Bisherige Maßnahmen reichen nicht mehr

Premierminister Ludovic Orban hat für Montag die Schließung aller Bauernmärkte angekündigt, die in geschlossenen Räumen organisiert sind. Dies beträfe auch den Bukarester Obor-Markt, der der Infektiosität „einer Gürtelrose“ gleichkäme. Hinzu käme, dass auf solchen Märkten nur bar bezahlt werden könne und dadurch das Infektionsrisiko viel größer sei. Märkte im Freien sollen im Moment noch in Betrieb bleiben. Foto: Agerpres

Bukarest (ADZ) – Staatspräsident Klaus Johannis hat angesichts der Corona-Fallzahlen-Explosion der letzten Tage die liberale Regierung zu Sofortmaßnahmen bzw. drastisch verschärften Einschränkungen und damit zu einer Art „Lockdown light“ aufgefordert. 
Johannis, der auf Einladung von Premierminister Ludovic Orban der Regierungssitzung von Donnerstagabend vorsaß, hob hervor, dass der bereits gebeutelten Wirtschaft nicht abermals komplett der Riegel vorgeschoben werden soll, eine weitere Ausbreitung des Virus jedoch unbedingt eingedämmt und das vielerorts im Land bereits an seine Grenzen stoßende Gesundheitssystem entlastet werden müsse. 

Dies könne nur durch drastisch verschärfte Auflagen geschehen, stellte Johannis klar, der der Regierung folgende Sofortmaßnahmen vorschlug: ein vorerst ausschließlich virtuell steigender Unterricht im ganzen Land; soweit möglich Homeoffice für Beschäftigte sowohl in Privatunternehmen als auch im Staatssektor, Ladenschluss im Einzelhandel um spätestens 21.00 Uhr, landesweite nächtliche Ausgangssperren sowie Nasen-Mundschutz-Pflicht im Freien unabhängig des Inzidenzwertes vor Ort, Verbot privater Feierlichkeiten und Events, vorläufige Schließung aller Markthallen, Auto-, Vieh- und Flohmärkte. In Hinblick auf die Parlamentswahl vom 6. Dezember unterstrich das Staatsoberhaupt erneut, dass Demokratie „nicht ausgesetzt“ werden dürfe, sondern „durch freie Wahlen gewährleistet werden muss“.

Regierungschef Orban versicherte, dass die empfohlenen Gegenmaßnahmen im Eiltempo umgesetzt werden – man werde den einschlägigen Rechtsrahmen bzw. Regierungsbeschluss umgehend vorbereiten und verabschieden, damit die neuen Auflagen und Einschränkungen bereits Anfang kommender Woche in Kraft treten können, so der Premier.

 

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Bemerkungen :

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    dan 08.11.2020 Beim 08:17
    nur noch virtueller Unterricht... der nicht funktioniert, und Lehrer und Schüler stresst.
    So verblöden die Kinder in Rumänien, wo die Qualität der Schulen und Universitäten sowieso im europäischen Vergleich unbefriedigend ist.
    So wird die Zukunft Rumänien- die Qualifikation und Ausbildung der Jugend- zerstört.
    Sowieso gibt es schon seit Jahren keine ausgebildeten Facharbeiter mehr.
    Doch das scheint den Lehrer der Nation nicht zu stören.
  • user
    Don Emilio 06.11.2020 Beim 21:06
    Lieber Herr Präsident,
    das ist Blödsinn, daß durch das Bargeldzahlen das Infektionsrisiko viel höher sei. Das hat die deutsche Bundesbank schon am Anfang der Pandemie durch Tests widerlegt.Nun sollen sich mal alle Verantwortlichen nicht durch blinden Aktionismus überschlagen. Die Lage ist ernst, klar, aber nur net hudeln gel.
    Nix für ungut.