Gab es eine „bukarestdeutsche“ Identität im 20. Jahrhundert?

Die ersten Wirtschaftsbeziehungen von Bukarest zum deutschsprachigen Raum und die Anfänge der örtlichen evangelischen Gemeinde

Fassade des vor Kurzem eingeweihten rumäniendeutschen Hauses im Bukarester Dorfmuseum. Foto: muzeul-satului.ro

Angesichts der Tatsache, dass der Forschungsstand der deutschen Minderheiten aus Siebenbürgen und dem Banat in der rumänischen Literatur gut definiert ist, versteht es sich, dass die Regatdeutschen oder Altreichdeutschen keine so große Aufmerksamkeit genossen haben, besonders die Deutschen in Bukarest. Daher war ich der Ansicht, dass dies geändert werden muss. Das mangelnde Interesse an der Gesellschaft und der Mangel an Literatur zur deutschen Identität in Bukarest motivierten mich, eine wissenschaftliche Arbeit zu erstellen, die so viele wertvolle Informationen wie möglich für diese Minderheit enthält. Ich kann nicht leugnen, dass ich mich auch für die Geschichte Bukarests und die deutsche Minderheit in Rumänien im Allgemeinen interessiere, und durch mein Thema ist es mir gelungen, beides zu verbinden. 

Meine Recherche beginnt mit der Forschungsfrage „Gab es eine ‘bukarestdeutsche’ Identität im 20. Jahrhundert?“ Dies ist auch meine Fallstudie und sie schlägt eine weniger populäre Hypothese in der kollektiven Mentalität der Bürger von Bukarest vor: „Hat die deutsche Kultur die Entwicklung dieser Stadt mehr beeinflusst, als wir glauben?“; Diese Themen werden später in meiner Arbeit analysiert und präsentiert. Auch diese Frage setzt die Erforschung der Identität der Deutschen aus Bukarest im 20. Jahrhundert voraus und verfolgt ihre Interaktion mit der Bukarester Gesellschaft. Eine weitere Frage, von der ich meine Recherche ausgehen ließ, lautet: „Inwieweit suchten die deutschen Behörden Kontakt zur deutschen Minderheit in Bukarest?“(...)  

Leipzig und erste Wirtschaftsbeziehungen

Einige der Merkmale, die die deutsch-rumänischen Wirtschaftsbeziehungen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts prägten, sind älteren Ursprungs. Seit dem 17. Jahrhundert ist beispielsweise der Besuch von Kaufleuten aus Bukarest und den Rumänischen Fürstentümern auf Handelsmessen in Leipzig belegt. Gleiches gilt für die Beziehungen zu anderen deutschen Messen (zum Beispiel Breslau oder Frankfurt).  

Man kann diese Wirtschaftsbeziehungen zwischen Bukarest und Leipzig als eine über 400 Jahre alte europäische Geschichte bezeichnen. Anzumerken ist auch, dass die Entwicklungsgeschichte der beiden Städte in einigen wirtschaftlichen Details ähnlich ist. 1615 erhielt Leipzig das Recht, eine Messe für den Wollhandel abzuhalten, während die Gründungslegende von Bukarest auf den Schafhandel  zurückführt und einer der örtlichen Hirten, der Bucur hieß, später den Namen der Stadt gegeben haben soll. Wolle war eines der häufigsten Produkte im walachischen Handelsverkehr mit der Balkanhalbinsel und Mitteleuropa. 

Seit dem 16. Jahrhundert gab es in Bukarest eine ständige Messe für Herstellungsprodukte, die „Hallenmesse“ genannt wurde. Von hier aus verließen die ersten Kaufleute seit dem 17. Jahrhundert den deutschen Raum und damit zwangsläufig Leipzig. Der Messehandel in Leipzig herrschte damals vor und war prestigeträchtig geworden.  

Zu der Zeit wurde der Name einer Stadt wie Leipzig in die Gesellschaft von Bukarest aufgenommen und so entstand ein interessanter Begriff für eine neue Art von Handel, nämlich „lipsc˛nie“, im Sinne des Großhandels mit Manufakturwaren. Darüber hinaus wurde der Name der Straße, in der diese Kaufleute in Bukarest ihr Geschäft gründeten, durch Übertragung zu „Lipscani“. Dieser Handel auf Messen in Leipzig entwickelt sich nicht nur in Bukarest, sondern auch in anderen Städten der Walachei wie Craiova, Slatina, Râmnicu Vâlcea, Caracal, wo es natürlich noch heute Straßen mit dem Namen „Lipscani“ gibt. Im 19. Jahrhundert gab es im Zentrum von Bukarest, in der Nähe der Lipscani-Straße, mehrere Jahrzehnte lang auch die „Deutsche Straße“, die an die Präsenz der deutschen Gemeinde in Bukarest erinnert, vor allem aber an die im deutschen Raum hergestellten Produkte.

Aus dem deutschen Raum wurden eingeführt: Silberwaren (Schmuck, Besteck), Gold (Schmuck), verarbeitete Pelze, Uhren, Strümpfe, Zinn (Geschirr), Kupfer (verschiedene Gegenstände), Eisen, Scheren, Gusseisen, Kleidung, Wollstoffe, Tinkturen, Blechschmiede, Tabak, Baumwollstoffe, Zucker und mehr. Aus Bukarest und anderen Städten wurden auf dem deutschen Markt verkauft: Pferde, Wachs, Obst, Wolle, Honig, Schafe, Tierhäute (insbesondere Kaninchenfelle), Rindfleisch. Daher exportierten die Fürstentümer Naturprodukte in die deutsche Welt und importierten von dort insbesondere Manufakturwaren. 

Diese Geschäfte sollten als Ausdruck gegenseitigen Interesses eine Konstante der deutsch-rumänischen Beziehungen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts darstellen. An Interesse mangelte es auch in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts nicht, als Preußen einen „Freundschafts- und Handelsvertrag“ 1761 mit dem Osmanischen Reich abschloss.  Die Besonderheiten der Handelsbeziehungen zwischen dem Königreich Sachsen und der Walachei eröffnen die Möglichkeit für Deutsche aus städtischen Gebieten, in andere rumänische Regionen zu ziehen. Diese Auswanderung brachte nach 1800 spezialisierte Berufe nach Bukarest und in viele andere rumänische Städte. Die handwerkliche Qualität der deutschen Auswanderer drang schnell in die rumänische Großstadtmentalität ein, so dass die Deutschen bereits um 1850 in vielerlei Hinsicht berühmt und als ehrlich in ihrer Arbeit gesehen wurden. Die Deutschen wurden oft als „die reichsten und nachgefragtesten Kaufleute“ bezeichnet, gleichzeitig galten sie aber auch als „die besten Handwerker“. Damals gab es in Bukarest und den anderen rumänischen Städten Sätze wie: „Gib dem Deutschen den Wagen zu reparieren“ oder „Ruf einen Deutschen, um das Schloss zu reparieren“. 
Bukarest und Leipzig brachten Rumänien und Deutschland als Mitte des 19. Jahrhunderts reif  gewordene moderne Staaten näher zusammen, und diese Verbindung trug wesentlich zur Festigung der kulturellen und geistigen Emigrationsflüsse in beide Richtungen seit dem 18. Jahrhundert bei.  Erwähnenswert ist auch, dass es in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als die Grundzüge einer deutschen Handelspolitik gegenüber den rumänischen Fürstentümern im Bereich von Diskussionen und unvollendeten Projekten verankert blieben, einen Bereich gab, in dem der Staat (insbesondere Preußen) tätig war.  

Preußen hatte ebenfalls ein direktes Interesse und handelte konsequent. Es geht um den Erwerb einer großen Zahl von Pferden aus den Rumänischen Fürstentümern für die Kavallerie einiger deutscher Staaten. Der Export von Pferden war damals verboten, da sich das vom Osmanischen Reich verhängte Wirtschaftsmonopol auf den Absatz von Pferden auf dem Markt der Fürstentümer auswirkte. Trotzdem wurden Pferde aus der Walachei und der Moldau in deutsche Gebiete gebracht.

Anfänge der evangelischen Gemeinde in Bukarest

Es ist keine Neuheit, dass man in den vergangenen Jahrhunderten nur unter dem Gesichtspunkt ihrer Religionszugehörigkeit konkreter von einer Gemeinschaft von Menschen sprechen konnte. Viele der demografischen Daten des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts wurden nur von Kirchenvertretern aufgezeichnet. So kann man verstehen, wie stark die Rolle der Kirche im sozialen Spektrum einer ethnischen Minderheit wie jene der evangelischen Gemeinde in Bukarest war. Wenn wir außerdem über die Deutschen in Bukarest im frühen 19. Jahrhundert sprechen, ist ihre enge Verbindung zu Gott und ihre mehrheitliche Zugehörigkeit zur evangelischen Kirche in Bukarest offensichtlich.  
Die evangelische Gemeinde in Bukarest geht auf den Beginn des 18. Jahrhunderts zurück, genauer gesagt seit diese Stadt die einzige Residenz der Herrscher der Walachei wurde. Während dieses Jahrhunderts ging die Gemeinde durch viele Schwierigkeiten, aber um die Identität der Deutschen in Bukarest und ihre Anfänge besser zu verstehen, sollte erwähnt werden, dass im Jahr 1786 ein altes Mitglied der Kirche, der Juwelier Johann Christoph Riemer, in einem Blatt der Kirche die Existenz von 265 Seelen in dieser Gemeinde verzeichnet.  
Die Mitglieder der Kirche gehörten unterschiedlichen sozialen Schichten an und vor allem waren ihre Berufe vielfältig. Neben Ärzten, Apothekern, Lehrern und Kaufleuten gab es viele Handwerker aller Art, darunter viele Juweliere. Sie kamen aus allen Regionen Siebenbürgens, einige waren aus dem Königreich Preußen eingewandert. 

Unter dem Schutz der schwedischen Krone 

Obwohl die überwiegende Mehrheit der Gemeindemitglieder deutscher Volkszugehörigkeit war, stand die evangelische Kirche in Bukarest bis 1838 unter schwedischem Schutz. Dies geschah aus mehreren Gründen, aber insbesondere dank der gemeinsamen evangelisch-lutherischen Konfession.  Damals wurden die Rumänischen Fürstentümer in der Außenpolitik durch das Regime aus Konstantinopel vertreten, also stand Bukarest noch unter osmanischem Einfluss. In zwei langen Briefen mit gleichem Inhalt forderte die schwedische Regierung ihre Botschafter in Wien und Berlin auf, die Herrscher Österreichs und Preußens zu bitten, den Schutz fortzusetzen, den Schweden der lutherischen Gemeinde in Bukarest gewährt hat. Ein kleiner Teil des Schreibens des schwedischen Außenministers an die Botschafter in Wien und Berlin: „Solange unter den Mitgliedern der Gemeinschaft Einigkeit herrschte, war es für die königliche Botschaft in Konstantinopel angenehm und einfach, sie für ihre gute Arbeit mit Rat und Tat zu unter-stützen.“Aus diesen Worten kann man verstehen, dass es für die schwedische Botschaft in Konstantinopel kein großer Aufwand war, der evangelischen Gemeinde in Bukarest Hilfe und Schutz anzubieten.

Preußischer Konsularvertreter in Bukarest 

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war es den rumänischen Fürstentümern, Vasallen des osmanischen Sultans, verboten, diplomatische Vertreter zu entsenden, und es fehlte ihnen daher, wie oben erwähnt, an den offiziellen Instrumenten, um ihre eigene Außenpolitik zu betreiben. Allerdings hatte Preußen in den damaligen internationalen Beziehungen einen ganz anderen Stellenwert und konnte Konsuln in die Rumänischen Fürstentümer entsenden.

Obwohl die Meinung dahin tendiert, dass das erste preußische Konsulat in den rumänischen Fürstentümern in Bukarest stand, befand es sich ursprünglich tatsächlich in Jassy. Im September 1784 beschloss König Friedrich II. von Preußen, einen Konsul in Jassy, Moldau, zu ernennen. Vor diesem Datum hatten zwei andere Mächte ähnliche Vertretungen in den rumänischen Fürstentümern eingerichtet, nämlich Russland und Österreich. Dieses Konsulat hielt sich nicht lange und wurde geschlossen. Dann hatte Preußen drei Jahrzehnte lang keine konsularischen Vertretungen in den Rumänischen Fürstentümern. 

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es mehrere Versuche, wieder ein preußisches Konsulat in den Rumänischen Fürstentümern einzurichten, was schließlich am 31. August 1816 geschah, als das Osmanische Reich den Antrag der Berliner Regierung akzeptierte, einen Konsul in diesem Gebiet zu haben. Vor der Hohen Pforte plädierte die Berliner Regierung für die Notwendigkeit, einen Konsul in Bukarest einzusetzen, da die meisten preußischen Kaufleute die Walachei durchqueren würden.

Einen Beweis dafür, dass die Interessen Preußens in den Rumänischen Fürstentümern noch gering waren, sieht man in der Tatsache, dass als erster ein griechischer Arzt und Kaufmann aus Bukarest, Gheorghe Sakellario, zum Konsul ernannt wurde.(...)

Mit der Ernennung des nächsten Inhabers des Postens in Bukarest im Jahr 1817 in der Person von Ioan Marco begann die Bedeutung der preußischen Vertretung im Fürstentum zu wachsen. Der Konsul wurde in Siebenbürgen geboren und war, bevor er die preußische Vertretung übernahm, Österreich unterstellt. Er hatte relativ gut gestellte Verwandte in der Bukarester Gesellschaft (…), hatte auch langjährige Erfahrung im konsularischen Dienst und war einer der Leiter einer Freimaurervereinigung. Die Wahl einer solchen Person mit weitreichenden Beziehungen in der örtlichen Gesellschaft und in den konsularischen Kreisen ist ein Signal für den Beginn der Veränderung in Berlin, verbunden mit der Bedeutung der konsularischen Vertretung in Bukarest. Diesmal hat der Konsul einen genauen Auftrag, nämlich den Schutz der Preußen, die Korrespondenz zu vermitteln, die preußische Gesandtschaft in Konstantinopel über „Entwicklungen im Fürstentum und den angrenzenden Provinzen“ zu informieren und die Ernennung eines Agenten in Jassy, der ihn über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden halten musste. 

Im Laufe der Zeit wuchs die Zahl der Deutschen in Bukarest, so dass 1821 etwa 700-800 Deutsche in der Hauptstadt der Walachei lebten. Die evangelische Kirche musste neue Organisationsregeln aufstellen, nun gab es viele Deutsche aus ganz Deutschland, die forderten, in der Verwaltung der Gemeinde mitreden zu können.

Der nächste preußische Konsul in Bukarest war Ludwig Joseph von Kreuchely-Schwerdtberg. Er stammte aus einer ungarischen Familie und diente, vor seiner Ankunft in Bukarest, einige Monate als Konsularagent in Jassy, wo er sich um preußische Untertanen in der Moldau kümmerte und Informationen an seinen Vorgesetzten in Bukarest schickte. Kreuchely fehlten zunächst die Beziehungen in der lokalen Gesellschaft und in der „Fremdenkolonie“ des Fürstentums (die langjährigen Beziehungen, die sein Vorgänger hatte), aber nach einer Weile schuf er sie aufgrund seiner eigenen Fähigkeiten. Der Berliner Außenminister sah im Konsul mehr als einen Konsularbeamten und einen Faktor zur Belebung des Handels. Kreuchely sollte auch eine Repräsentationsqualität verliehen werden, die sonst nur Botschaftern vorbehalten war. (…) 

Baron Kreuchely war sehr aktiv in den Beziehungen zu den preußischen Untertanen im Fürstentum, besonders zu Beginn seiner Tätigkeit in Bukarest, während der revolutionären Ereignisse von 1821 und der osmanischen Intervention. Am 10. April 1821 wandte er sich an die provisorische Führung der Walachei unter der Autorität von Tudor Vladimirescu, um mögliche Missbräuche gegen die preußischen Untertanen zu vermeiden. Im August 1821, nach dem Einmarsch der Interventionstruppen in das Fürstentum, setzte er sich erneut für die Sicherheit der preußischen Untertanen ein und machte den osmanischen Kommandanten dafür verantwortlich. Er bemühte sich, verschiedene Missbräuche der örtlichen Behörden zu verhindern oder zu deren Bestrafung beizutragen, wenn es sich bei den Opfern um preußische Untertanen handelte. Neben diesen Interventionen, die in den Rahmen der Beziehungen der preußischen Untertanen zu den Kommunen fallen, versuchte Kreuchely auch, Probleme innerhalb der Gemeinde zu lösen. 

Wie man sieht, war in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts das Interesse der Berliner Repräsentanten an den preußischen Untertanen in Bukarest und der Walachei groß, da man diese vor möglichen Missbräuchen durch die Bukarester Behörden schützen wollte. Die Gewährleistung der Freizügigkeit von Kaufleuten bei der Durchreise durch die rumänischen Fürstentümer war auch ein Anliegen der Berliner Regierung, insbesondere aber der preußischen Botschaft in Konstantinopel. Ihre Führung sowie ihr Schutz wurden weitgehend vom Konsul in Bukarest gewährleistet. Erwähnenswert ist auch die gestiegene Zahl preußischer Untertanen in Bukarest und anderen Städten. 

Es ist ziemlich schwierig, ein konkretes Ereignis zu identifizieren, durch das die preußischen Untertanen in Bukarest eine direkte Beziehung zu den Vertretern in Berlin hatten, aber die Gründung dieses Konsulats in der Hauptstadt der Walachei, mit Anerkennung sowohl der preußischen Botschaft in Konstantinopel als auch des Osmanischen Reiches war ein wichtiger erster Schritt, mit dem die Berliner Behörden versuchten, Beziehungen und Verbindungen zu preußischen Untertanen in Bukarest und darüber hi-naus aufzubauen. 
Bereits Ende 1833 fand Carol de Martens, der neue preußische Botschafter in Konstantinopel, einen Nachfolger für Baron Kreuchely für den Posten in Bukarest, Baron Constantin Sakellario, Bruder des ehemaligen Konsuls von 1816, ein wohlhabender und einflussreicher Kaufmann aus der Walachei. Bezüglich der deutsch-rumänischen Beziehungen  war eine sehr wichtige Würde für ihn auch jene des Konsuls für das Königreich Sachsen in Bukarest. Er wurde von Leipziger Kaufleuten für den Posten nominiert, laut eines Bittschreibens an die preußische Botschaft in Konstantinopel. In der Auffassung der Dresdner Regierung hatte er nur wirtschaftliche Aufgaben, er hatte die Interessen der verschiedenen Kaufmanns- und Bankhäuser in Leipzig zu vertreten, die in Geschäftsbeziehungen mit Kaufleuten aus Bukarest und der Walachei standen. (…) Die Einsetzung eines Kaufmanns an der Spitze des Konsulats in Bukarest war ein Zeichen der wirtschaftlichen Interessen Preußens in der Walachei. Constantin Sakellario war bis 1848 preußischer Konsularvertreter in Bukarest. 

(Fortsetzung folgt)


Alin-Costin Croitoru ist Absolvent des Studiengangs „Internationale Beziehungen und Euopastudien in deutscher Sprache“ an der Fakultät für Europastudien der Babe{-Bolyai-Universität in Klausenburg/Cluj-Napoca und hat durch den vorliegenden Beitrag einen Ausschnitt seiner 2022 verteidigten Diplomarbeit mit dem Titel „Die Beziehungen von Bukarest zum deutschsprachigen Raum im 19. und 20. Jahrhundert: Gab es eine „bukarestdeutsche“ Identität im 20. Jahrhundert?“ vorgestellt. Die wissenschaftlice Betreuung verdankt er Konf. Dr. Edit Szegedi.