Hochkarätige Industriefotografie in Reschitza

Der „Salon der Industriefotografie“ lädt an den Wochenenden zu aufschlussreichen Besuchen ein

Reschitza - Seit dem ersten Juni-Wochenende können Interessenten nun an jedem Wochenende die „Direktorenvilla“ des Stahlwerks TMK (aus dem Zentrum kommend rechts der Unterführung) aufsuchen, um unter anderem das Industrieerbe von Reschitza kennenzulernen, so, wie es durch Fotografen festgehalten wurde. Bis Ende Oktober wird in den Räumen des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes auf Initiative des Generaldirektors von TMK Reschitza, Dr. Ing. Romulus Ioan, und des Leiters des Museums des Amateurfilmers und -fotografen (das von der Filiale Reschitza der Klausenburger „Babeș-Bólyai”-Universität beherbergt wird), Andrei Bălbălău, ein „Salon der Industriefotografie“ organisiert.

Die erste (von einstweilen sechs geplanten) der Ausstellungsserie war einfach „Aspekte aus der Vergangenheit der Eisenverhüttung“ betitelt und dem 250. Gründungsjahr der Schwerindustrie im Oberen Bersautal gewidmet, aber auch dem 20-jährigen Jubiläum der Gründung von TMK Reschitza (damals durch die Übernahme des Reschitzaer Eisenverhüttungswerks durch den russischen Stahl- und Stahlrohreerzeuger TMK des Oligarchen Dmytry Pumpiansky.
„Unser Salon der Industriefotografie wird allmonatlich – bis im Oktober – zu einer neuen Ausstellung einladen. Wir beabsichtigen, immer nur Erstausstellungen zu zeigen, keine Übernahmen anderer Ausstellungen, wobei es um Vergangenheit und Gegenwart der Industrie auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene geht, die fotografisch festgehalten wurden. Seit dem 5. und 6. Juni können die Ausstellungen an jedem Wochenende besucht werden, wobei wir uns allerdings nicht ausschließlich auf Fotografien beschränken möchten, sondern auch Dokumente, Bücher und Industrieexponate zum Thema zeigen wollen“, so Andrei  Bălbălău. 

Der Generaldirektor des Reschitzaer Stahlwerks TMK, Dr. Ing. Romulus Ioan (nebenberuflich auch ein Industriegeschichtler), führte bei der Eröffnung der Erst-ausstellung aus: „Wir haben gemeinsam mit Andrei versucht, eine Rekonstruktion der Vergangenheit zu machen, damit diejenigen, die sie noch gekannt haben, sie auch wiedererkennen können. Zugegeben, wir waren zum Auswählen gezwungen, denn wir hätten unvergleichlich mehr zeigen können, als nun zu sehen ist. Wir hoffen aber, die eigentlich etwas nonkonformistischen Räume dieses Gebäudes einem Ausstellungskreislauf zuzuführen – und alle Meriten dafür gebühren allein Andrei  B²lb²l²u, der sein ganzes Durchsetzungsvermögen in dieser Richtung eingesetzt hat.“

Im Laufe des Juni sind also in der „Direktorenvilla“ von TMK erst einmal Bilder vom Hüttenwerk Hunedoara zu sehen (von wo Generaldirektor Ioan nach Reschitza kam), die hauptsächlich aus dem Nachlass von Willy Pragher und aus der hundertjährigen ungarischen Fortepan-Sammlung bei Budapest stammen – beides an sich schon ein außergewöhnliches kulturelles Ereignis. Im Juli werden aus dem Nachlass des Reschitzaer (Hütten-)Werksfotografen Ioan Mató Stahlwerkerporträts gezeigt, die dieser zwischen 1970 und 1980 aufgenommen hat. Im August zeigt der Reschitzaer Salon der Industriefotografie unter dem Titel „The Mills“ Fotos des 1984 in Prag geborenen Weltenbummlers Viktor Macha, der Industrieaufnahmen auf allen Kontinenten gemacht hat. Im September werden an den Wochenenden Filmaufnahmen mit der 35-mm- und der 120-mm-Kamera gezeigt, die von Ioana Ciolea ausschließlich im Reschitzaer TMK-Stahlwerk gedreht wurden. Ihre Kollagen betitelt sie: „Foc continuu“/etwa „Dauerfeuer“. Und schließlich folgt im Oktober eine andere Auswahl Hunedoara-Fotos aus dem Werk von Wilhelm („Willy“) Alexander Pragher, dem 1908 in Berlin geborenen Sohn eines aus Bukarest stammenden Chemieingenieurs und einer deutschen Mutter, der über eine Million wertvolle Fotos hinterlassen hat und sehr viel (und jahrelang) im Geburtsland seines Vaters, Rumänien, fotografiert hat, sowie Fotos aus der Budapester Fortepan-Kollektion.

An den Wochenenden kann die Ausstellung zwischen 16 und 19 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

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