Lucian Vărșăndan ab heute wieder DSTT-Intendant

Bürgermeister Fritz: Vertragsunterzeichnung ist Rückkehr zur Normalität

Nach einer knapp vierjährigen Gerichts-Odyssee konnte Lucian Vărșăndan am Dienstag mit Bürgermeister Dominic Fritz seinen neuen Intendantenvertrag unterzeichnen, somit kehrt er ab heute wieder an die Spitze des Deutschen Staatstheaters zurück. Foto: Bürgermeisteramt Temeswar

Temeswar (ADZ) – Lucian Vărșăndan ist ab heute wieder Intendant des Deutschen Staatstheaters Temeswar (DSTT), das er bereits zwischen 2007 und 2017 geleitet hatte. Am Dienstag hatte Bürgermeister Dominic Fritz angekündigt, dass er „mit großer Erleichterung und Hoffnung“ den Vertrag zwischen der Stadt Temeswar und Vărșăndan unterzeichnet habe, nachdem das Bewerbungsverfahren wieder aufgenommen, der von Vărșăndan eingereichte Managemententwurf neu bewertet wurde und seiner Ernennung zum Intendanten nichts mehr im Wege stand. Wie die ADZ mehrmals berichtete, hatte Ex-Bürgermeister Nicolae Robu 2017 das Bewerbungsverfahren stoppen lassen und im Anschluss eine Art persönlichen Rachefeldzug gegen Vărșăndan begonnen, obwohl Verwaltungsgerichte dem Intendanten mehrmals Recht gegeben hatten. Der neue Bürgermeister Fritz hatte die Rechtsabteilung seines Hauses angewiesen, gegen das jüngste Urteil des Temescher Gerichts keine Revision mehr einzulegen, so dass sich im Anschluss die Personalabteilung des Bürgermeisteramtes der endgültigen Anordnung der Richter fügen musste, das Verfahren wiederaufnahm und Vărșăndans Managemententwurf von einer rechtmäßig gebildeten Prüfkommission bewerten ließ.

Nun sagte Fritz, dass Vărșăndan drei Jahre lang gegen das durch die Vorgängeradministration verantwortete Unrecht kämpfen musste, seine Kollegen und die Temeswarer Bürger aber hinter ihm standen und ihn sich zurückwünschten. Die Unterzeichnung seines neuen Intendantenvertrags markiere die Rückkehr zur Normalität, das Deutsche Staatstheater werde im Bürgermeisteramt einen Partner und einen Unterstützer finden. Vărșăndan sei ein echter Profi, dessen Fachkompetenz in weiten Kreisen anerkannt sei.

Gegenüber der ADZ erklärte Vărșăndan am Mittwoch, dass er sich über seine Ernennung zum DSTT-Intendanten und die Unterzeichnung des Vertrags sehr freue. Seine erste Aufgabe sei, eine umfassende Bewertung des Jetztzustands im Deutschen Staatstheater vorzunehmen; es gelte, alle laufenden Projekte im künstlerischen Bereich sowie die administrativen Fragen zu evaluieren. Im Anschluss werde der neue DSTT-Intendant einen Plan zur weiteren Tätigkeit vorlegen, dieser hänge von der Prüfung wichtiger Haushalts- und Personalfragen ab, sagte Lucian Vărșăndan.

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Bemerkungen :

  • user
    Klaus Christian Olasz 12.02.2021 Beim 18:47
    „Rückkehr zur Normalität“ heißt hier leider „alles auf Anfang“ - eine verpasste Chance! Da ist der amtierende Bürgermeister schon so kurz nach Amtsübernahme offenkundig schlechten Ratgebern in die Falle gegangen. Das rumänische soll gewiss nicht am deutschen Theaterwesen genesen, aber ein Intendantenwechsel nach zehn Jahren Abnutzung als gängige Praxis dürfte doch sinnvoller und künstlerisch befeuernder sein als die Installation eines Etatverwalters de facto auf Lebenszeit, nur alle paar Jahre kurz in Frage gestellt durch pro-forma-Evaluierungen seitens meist befangener Kommissionen. Ausnahmen von der 10-Jahres-Faustregel in Deutschland aus jüngerer Zeit wie z. B. der legendäre Claus Peymann bestätigen diese Regel durchaus, denn der war und ist ein Ausnahmekünstler und spielt somit in einer gänzlich unvergleichlichen Liga. Dem deutschsprachigen Stadttheater Temeswar hingegen wäre ein Neubeginn dringend zu wünschen gewesen, und der deutschen Minderheit hätte man eine Leitungspersönlichkeit aus ihren Reihen an dieser früher auch identitätsstiftenden Institution gönnen wollen . Seitens der Minderheit standen doch honorige Kandidaten beiderlei Geschlechts bereit, die als gravierendes Plus zudem hohe fachliche Qualifikation mitgebracht hätten. Seltsam, dass diese im „wieder aufgenommenen“ Bewerbungsverfahren offenbar keine Chance hatten und auch von der der deutschen Minderheit doch besonders verpflichteten ADZ nicht einmal erwähnt werden. Dass Bürgermeister Robu aber gerade wegen fehlender formaler Fachqualifikation des alten/neuen Intendanten das Vertragsverlängerungsverfahren seinerzeit stoppen ließ bringt der Artikel leider nicht in Erinnerung. Auch wüsste man gerne, welche Abwerbungsversuche es gab seitens anderer, vielleicht sogar prestigeträchtigerer Theater während der drei Jahre, in denen der „echte Profi, dessen Fachkompetenz in weiten Kreisen anerkannt sei gegen das durch die Vorgängeradministration verantwortete Unrecht kämpfen musste“. Von solchen Abwerbungsangeboten ist allemal auszugehen – warum aber wurden sie ausgeschlagen? Dagegen beschreibt der Artikel „eine Art persönlichen Rachefeldzugs“ Bürgermeister Robus– was hatte der alte/neue Intendant denn dem damaligen Rathauschef Infames getan, das diesem Veranlassung zu „Rache“ gegeben hätte? Starke Worte - und manches noch offen für journalistische Recherche! In alter Freundschaft – KCO aus B