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Mädchenmorde: Regierungschefin schasst Bildungsministerin wegen Taktlosigkeit

Kulturminister Daniel Breaz übernimmt das Amt interimistisch

Die zum Partei-Urgestein gehörende 71-jährige Ecaterina Andronescu rügte gegenüber den Medien ihre „Facebook-Entlassung“: Regierungschefin Dancila habe es unterlassen, sie deswegen zu einem Vier-Augen-Gespräch zu bitten. Foto: Agerpres

Bukarest (ADZ) – Die infolge des krassen Behördenversagens von Caracal unter Druck geratene Regierungschefin Viorica Dăncilă hat Bildungsministerin Ecaterina Adronescu (beide PSD) am Freitag entlassen, nachdem letztere mit einer taktlosen Bemerkung über die Tragödie die Empörung im Land noch mehr angefacht hatte: Ihr sei von ihren Eltern beigebracht worden, „nie zu Unbekannten ins Auto zu steigen“, hatte die Ministerin tags davor in einer Talkshow hervorgehoben, dabei hinzufügend, dass ab sofort mehr in den Schulen getan müsse, um die Jugendlichen über die Gefahren des Trampens aufzuklären. In der Causa der getöteten 15-jährigen Alexandra war ihr Vorwurf allerdings haltlos, da die Schülerin notgedrungen ins Auto des Täters gestiegen war: Der öffentliche Nahverkehr zwischen dem Dorf Dobrosloveni, in dem das Mädchen lebte, und der Kleinstadt Caracal ist seit Jahren eingestellt, die Dorfeinwohner können die nahegelegene Stadt nur mit dem eigenen Pkw, per Anhalter oder zu Fuß erreichen.

Regierungschefin Dăncilă gab die Entlassung Andronescus bei Facebook bekannt und stellte klar, dass jeden Minister ihres Kabinetts das gleiche Schicksal ereilen werde, sollte er sich derartige „Entgleisungen“ leisten. Zum interimistischen Nachfolger Andronescus ernannte Dăncilă Kulturminister Daniel Breaz (PSD). Die geschasste 71-Jährige verriss indes ihre „Facebook-Entlassung“: Sie habe „aus dem Fernsehen davon erfahren“ und hätte von der Ministerpräsidentin zumindest „eine Erklärung“ unter vier Augen erwartet. Keineswegs habe sie beabsichtigt, die getötete Schülerin oder deren Eltern zu kritisieren, sondern lediglich hervorheben wollen, dass auch die Schulen mehr für den Schutz der Kinder tun könnten, so Andronescu.

 

 

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