Nach Rücktritt Hellvigs: General an SRI-Spitze

Nachfolger des SRI-Chefs wahrscheinlich von Liberalen bestimmt

Nach acht Jahren an der Spitze des Innengeheimdienstes SRI hat Eduard Hellvig am Montag überraschend seinen Rücktritt angekündigt. | Foto: Inquam Photos / Octav Ganea

Bukarest (ADZ) - Nach dem unerwarteten Rücktritt Eduard Hellvigs von der Spitze des Nachrichtendienstes SRI übernimmt vorerst sein erster Stellvertreter das Ruder des Innengeheimdienstes. Der 47-jährige General Răzvan Ionescu ist seit über 20 Jahren im operativen Dienst und soll die Führung bis zur Ernennung eines neuen Stellvertreters wahrnehmen. Da mit Gabriel Vlase ein aus der PSD kommender Politiker den Auslandsgeheimdienst SIE leitet, ist damit zu rechnen, dass der Koalitionspartner PNL über die Personalie entscheidet.

Über die Zukunftspläne des Ex-Geheimdienstchefs ist noch nichts bekannt. PNL-Sprecher Ionuț Stroe erklärte, die Rückkehr Hellvigs in die Partei, die er nach Amtsantritt verlassen hatte, sei intern noch nicht diskutiert worden.

Eduard Hellvig hatte nach acht Jahren an der Spitze des SRI am Montag überraschend vor laufenden Kameras seinen mit Präsident Klaus Johannis abgesprochenen Rücktritt angekündigt. Er habe seine Ziele erreicht; der Dienst habe eine tiefgehende Transformation erfahren. Die Organisation sei straffer, die Entscheidungswege seien kürzer. Das gesamte Archiv der ehemaligen Securitate sei abgegeben worden, betonte Hellvig. Sein Rücktritt sei „demokratisch gesund“ und es sei für das Gleichgewicht der Gewalten sinnvoll, wenn Geheimdienstchefs zeitlich begrenzte Mandate haben würden. Eine „Versteinerung“ im Amt tue nicht gut, fügte er hinzu.

Präsident Johannis, der den ehemaligen Geheimdienstchef für seine Verdienste auch mit dem „Stern Rumäniens“ auszeichnete, würdigte die Arbeit Hellvigs. Er lasse eine reformierte, strukturell zukunftsfähige Behörde zurück, die den ständig wechselnden operativen Umständen gewachsen sei und nach demokratischen Grundsätzen handele, teilte Johannis mit.