Rumäniens Krebskranke wollen Gesundheitsministerium verklagen

Schwere Vorwürfe gegen Ressortminister Alexandru Rafila

Gesundheitsminister Alexandru Rafila | Archivfoto: gov.ro

Bukarest (ADZ) - Der Verein der Krebskranken will das Gesundheitsministerium wegen der nach wie vor ausstehenden Anwendungsbestimmungen in puncto des vom Parlament letzten Herbst verabschiedeten nationalen Krebsbekämpfungsplans verklagen. Wie dessen Vorsitzender, Cezar Irimia, den Medien sagte, wird der Verein schon kommende Woche Anzeige gegen das Gesundheitsministerium erstatten und des Weiteren die EU-Kommission über die „Rechtswidrigkeiten des Ressortministers“ informieren, dessen Tatenlosigkeit „täglich Opfer“ fordere. 

Zu den Schwerpunkten des verschleppten Krebsbekämpfungplans gehören u. a. eine ausreichende Finanzierung im Bereich der Früherkennung bzw. zahlreiche neue Screening-Programme sowie der Einsatz zielgerichteter Krebstherapien, einschließlich moderner immuntherapeutischer Medikamente. Dabei hätte das Gesundheitsministerium unter Alexandru Rafila (PSD) die Anwendungsbestimmungen für besagten nationalen Plan erarbeiten müssen, die zum 1. Juli in Kraft treten sollten. Stattdessen gab der Gesundheitsminister jedoch bekannt, den von seinem Amtsvorgänger Patriciu Achimaș-Cadariu angestoßenen Krebsbekämpfungsplan aussetzen und stattdessen einen neuen erarbeiten zu wollen.

Der Verein der Krebskranken setzte daraufhin letzte Tage auf einen präzedenzlosen Protest vor dem Sitz des Gesundheitsressorts, wobei Rafila es jedoch vorzog, einen Arbeitsbesuch im Land zu unternehmen, statt sich mit den onkologischen Patienten zu treffen. Vereinsvorsitzender Irimia warf dem Ressortminister daraufhin „maßloßen Zynismus“ vor – im Durchschnitt würden hierzulande täglich 153 Patienten den Kampf gegen den Krebs verlieren, was den Minister jedoch offenkundig kalt lasse, da er den Kranken den Zugang zu modernen Krebstherapien weiter verweigere.