Rumänische Börse mit leichten Kursverlusten vor dem Hintergrund rückläufiger Umsätze

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Hatte die Bukarester Börse in der vorvergangenen Woche keinen klaren Kurs zu erkennen gegeben, so zeigt sich der Markt in der vergangenen Woche entschlossener – und zwar, zu verlieren. Die Indizes gingen im Durchschnitt um 0,77 Prozent zurück, was allerdings nicht viel ist. Der Hauptindex BET übertraf diesen Wert leicht (minus 0,9 Prozent), der BETPlus zog nach mit einem Wochenverlust von 0,89 Prozent. Warum der Finanzwerte-Index BET-FI mit einem Kursrückgang um 0,91 Prozent das Schlusslicht unter den Indizes bildete, können Sie weiter unten lesen. Der Energiewerte-Index BET-NG und der ROTX „outperformten“ den Durchschnitt der Indizes: Sie unterboten die 0,77 Prozent durchschnittlicher Kursverlust mit Rückgängen von jeweils nur knapp 0,6 Prozent.

Der Handel ließ nach im Vergleich zur Vorwoche, der Gesamtumsatz mit Aktien ging um knapp 28 Prozent zurück auf 105,5 Millionen Lei (21,6 Millionen Euro). Das entspricht einem durchschnittlichen Tagesumsatz von 21,1 Millionen Lei oder 4,3 Millionen Euro. Das sind keine Umsätze, die man bei einer Börse mit dem Status eines „Emerging Markets“ erwarten würde.

Den Großteil des Umsatzes brachte wie gewohnt die Banca Transilvania (TLV, 2,015 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) ein – 21,4 Prozent. Womöglich hängt dieser Run auf TLV-Papiere mit dem erneuten Kursverlust von diesmal 3,13 Prozent zusammen, nachdem die Aktien bereits in der Vorwoche um mehr als 7 Prozent eingebrochen waren. Seit Jahresbeginn haben die Bankaktien 22,35 Prozent an Wert verloren und werden aktuell bei 24 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch (und bei 25 Prozent bis zum 52-Wochen-Tief) gehandelt. Für 14,4 Prozent des Wochenumsatzes an der rumänischen Börse war der Erdgaserzeuger Romgaz (SNG, 27,15 Lei, ISIN ROSNGNACNOR3) verantwortlich. Auch SNG-Papiere haben ihren Preisabschlag in der vergangenen Woche weiter ausgeweitet: um 2,86 Prozent. Bei diesen Aktien liegt die Schere zum Jahresbeginn bei (minus) 26,8 Prozent. Romgaz-Aktien sind jedoch nur noch 9 Prozent vom derzeitigen 52-Wochen-Tief entfernt. Schließlich konnte der Mineralölkonzern OMV Petrom (SNP, 0,3295 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) das Kurssteuer etwas herumreißen und in der vergangenen Woche wieder zulegen (1,07 Prozent). SNP-Aktien brachten es auf Wochensicht auf 11,4 Millionen Lei Umsatz.

Die Marktkapitalisierung entwickelte sich zuerst rückläufig, erlebte aber am letzten Handelstag der vergangenen Woche einen Sprung von 1,07 Prozent auf 131,85 Milliarden Lei (oder 27,05 Milliarden Euro). Auf Wochensicht ergab diese Entwicklung eine Seitwärtsbewegung mit einem kaum wahrnehmbaren Plus von 0,03 Prozent (oder 29,94 Millionen Lei, 7,25 Millionen Euro). Die verlustreichen und die Gewinner-Aktien hielten sich die Waage in der vergangenen Woche, mit nur einem Emittenten mehr auf der Verlierer-Seite. Die größten Verlierer der Woche waren die Banken Patria Bank (PBK, 0,0802 Lei, ISIN ROBACRACNOR6) mit einem Kursrückgang von 5,87 Prozent und die genannte Banca Transilvania sowie Romgaz. Andererseits gehörten mit der Erste Group Bank (EBS, 87,5 Lei, ISIN AT0000652011) und der Banca Română de Dezvoltare (BRD, 12,32 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2) die zwei anderen verbliebenen börsennotierten Banken zu den Gewinnern der Woche, wenngleich die Kursgewinne mit 2,89 beziehungsweise 1,65 Prozent überschaubar blieben. SIF Moldova (SIF2, 1,235 Lei, ISIN ROSIFBACNOR0) tanzte im Finanzwerte-Index aus der Reihe und legte auf Wochensicht zu (plus 2,07 Prozent). Zwei SIF-Investmentgesellschaften schlossen die Handelswoche unverändert, zwei andere SIF Transilvania und SIF Oltenia, verzeichneten Kursverluste. Das Schwergewicht FP (Fonds Proprietatea, 1,29 Lei, ISIN ROFPTAACNOR5) gab dem Index den Rest mit einem Wochenverlust von 2,6 Prozent. Der BET-FI fiel somit unter die 40.000-Punkte-Marke.

Devisen

Der Devisenmarkt blieb weiterhin ruhig in der vergangenen Handelswoche. Die fortlaufende Entwertung des rumänischen Leu gegenüber dem Euro erfolgt anscheinend kontrolliert. Nach dem Kursverlust der Vorwoche (minus 0,035 Prozent) verlangsamte sich die Entwertung auf Minus 0,014 Prozent. Dass der Euro aktuell international stärker wird, wohl bedingt durch die steigende Nervosität in den USA vor den Wahlen am 3. November, war auch am Bukarester Devisenmarkt bemerkbar. Hier konnte sich der Leu gegenüber dem US-Dollar um fast 5 Cent durchsetzen. Gestern startete der Euro bei stärkeren 4,8744 Lei, während der US-Dollar bei 4,1145 Lei deutlicher unter dem Vorwochenstand lag.
 

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