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Straßenbrücken über den Alt-Fluss

Ehrgeiziges Programm im Kronstädter Kreisgebiet in Abwicklung

Die Straßenbrücke über den Alt-Fluss bei Comăna in der Nähe von Fogarasch wurde im Vorjahr durch Überschwemmungen zerstört. Nun soll sie bis Jahresende wieder für den Verkehr freigegeben werden. Foto: der Verfasser

Der wichtigste Flusslauf, der das Kronstädter Kreisgebiet durchquert, ist der Alt. Insgesamt misst dieser von seiner Quelle in den Ostkarpaten im Giurgeu-Gebirge bis zu seiner Mündung in die Donau 615 km. Dabei durchquert er sieben Kreisgebiete, alleine im Kronstädter Kreis sind es 210 km. Bei Hochwasser überschwemmt der Alt immer wieder niedrig gelegene Gebiete im Umfeld von Fogarasch/Făgăraș, bei Augustin, und fügt auch besonders den Straßenbrücken Schaden zu, die ihn überqueren. Die Kronstädter Kreisverwaltung hat daher ein ehrgeiziges Programm zur Reparatur, Modernisierung oder zum Neubau von Straßenbrücken über den Alt eingeleitet, das sich in Abwicklung befindet.

Seit 50 Jahren keine Straßenbrücke gebaut

Seit 50 Jahren wurde im Kreisgebiet keine Brücke mehr über den Alt gebaut, wie Adrian Veștea, Vorsitzender des Kreisrates, betont, obwohl dieser der wichtigste Flusslauf im Gebiet ist. Bei Hochwasser und den dadurch verursachten großen Anschwemmungen von Müll und Baumstämmen, verursacht dieser immer wieder großen Schaden an den Brücken, den in der Nähe befindlichen landwirtschaftlichen Flächen und teilweise in den Ortschaften, die sich in der Flussaue befinden.

Die Holzbrücke bei Comăna erlitt bei dem Hochwasser, das am 18. März 2018 verzeichnet worden ist, schwere Schäden. Kurze Zeit darauf erlitt diese dann am 1. Juli bei erneuten Überschwemmungen einen Totalschaden. Infolgedessen musste der Straßenverkehr ganz eingestellt werden und die Bewohner aus dem Ort und Umland mussten einen Umweg von 40 km auf sich nehmen. Die Kreisverwaltung hatte schon seit mehreren Jahren die Absicht erwogen, dort eine Steinbrücke zu bauen, 2017 wurde die technische Dokumentation hierfür erstellt. Das erwies sich als ausschlaggebend, als man sich an die Landesgesellschaft für Investitionen wendete und diese nach mehreren Vorsprachen und Fahrten in die Hauptstadt das Projekt übernahm. Kürzlich stattete der Kreisratsvorsitzende einen Besuch auf der Baustelle ab und hofft, dass bis Jahresende die Brücke für den Verkehr freigegeben wird.

Noch in den Weltkriegen zerstörte Brücke

Ohne Ausnahme sind alle Straßenbrücken über den Fluss mindestens 50 Jahre alt. Die zweite Brücke im Fogarascher Umfeld, welche die beiden Ortschaften Schirkanyen/Șercaia und Halmagen/Hălmeag verbindet, ist ebenfalls in einem unzulässigen Zustand. Bei ihr ist der Wasserpegel manchmal auch um zwei Meter angestiegen. Die ursprüngliche Steinbrücke befand sich an der Grenze mit dem österreich-ungarischen Kaiserreich, wurde jedoch im Ersten Weltkrieg zerstört und durch eine Holzbrücke ersetzt. Die ursprünglich provisorische Brücke hat jetzt 100 Jahren gehalten und auch den Zweiten Weltkrieg überstanden. Im Vorjahr wurden die Arbeiten an einer Betonbrücke innerhalb des Landesprogramms für Entwicklung in einer zweiten Etappe eingeleitet. Der Kronstädter Kreisrat hatte sich dazu bereit erklärt und das Projekt wurde in das Programm aufgenommen. Laut Vertrag betragen die Kosten 6,2 Millionen Lei. Die Baufirma respektiert die Durchführungsetappen und verspricht, dass die Brücke im Mai 2020 für den Verkehr freigegeben wird. Die neue Betonbrücke wird 97,10 m lang und 6 m breit sein, sie hat dann drei Öffnungen von je 30 m.

Weitere Finanzierungen

Außer diesen beiden Straßenbrücken wird auch die bei Augustin, die die Verbindung zum Nachbarkreis Covasna über den Alt sichert, modernisiert. Die Finanzierung wird ebenfalls über das regionale Entwicklungsprogramm gesichert. Auch hat die Kreisleitung die Ausschreibung für den Bau der strategischen Brücke von Voila vorgenommen. Für diese erwarte man die Angebote, das Investitionsvolumen wird auf 16,6 Millionen Lei ohne Mehrwertsteuer geschätzt. Die Brücke, die über den Fluss auf der Kreisstraße DJ 105 führt, ist von besonderer strategischer Bedeutung, da auf dieser Straße die Transportmittel der NATO-Länder, die sich zum Übungsgelände von Großschenk/Cincu begeben, die entsprechende Sicherheit benötigen. Laut Projekt wird die neue Brücke 93,95 m lang und 13,50 m breit sein, die Hauptöffnung beträgt 70,96 m. Sie soll eine Lebensdauer von hundert Jahren haben. Dazu werden auch noch Arbeiten an dem Flusslauf vorgenommen, unter anderem müssen Leitungen verlegt werden. Laut der Dokumentation wird die bestehende Brücke, die 1956 errichtet worden ist, abgetragen. 

Der Verkehr aus der Richtung Hermannstadt nach Großschenk wird in der Ortschaft Dridif umgeleitet, wo der Fluss über den dort befindlichen Staudamm überquert werden kann, und die Fahrzeuge aus der Richtung Kronstadt werden durch Fogarasch/Făgăraș, Scharosch/Șoarș, Rohrbach/Rodbav nach Großschenk geleitet. Das Projekt wird mit 14,7 Millionen Lei durch das Landesprogramm für lokale Entwicklung und vom Kreisrat mit 1,3 Millionen Lei getragen.

Drei weitere Straßenbrücken über den Fluss Alt – es handelt sich um die von Podu Olt, einer Ortschaft die zu Honigberg/Hărman gehört, die von Arini und die von Nußbach/Măieruș – gehören zu weiteren Vorhaben. Die Brücke von Podu Olt soll wiederaufgebaut und die von Arini modernisiert werden. Im Falle der von Nußbach, die repariert werden muss, sucht die Kreisleitung nach einer Finanzierungsmöglichkeit, um eine neue Brücke zu bauen. Adrian Veștea zeigte seine Genugtuung darüber, dass außer Flughafen, Spitälern, Straßen, auch die Brücken im Blickpunkt stehen und in Stand gehalten werden, sofern nicht sogar neue gebaut werden können. Auf diese Weise wird es nicht mehr geschehen, dass Ortschaften zeitweilig ganz isoliert bleiben.
 

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Bemerkungen :

  • user
    Hans Wembacher 17.11.2019 Beim 10:48
    Vielen Dank für den Artikel. Besonders gefällt mir, daß die Deutschen
    Ortsnamen als erstes genannt werden. Dridif heißt eigentlich Deidrich
    und Arini - Lüget. Und Comana heißt eigentlich lt. alter Karten Kumanen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Hans Wembacher