Umfrage zum weiteren Verlauf des Schuljahres

Eltern, Lehrer und Schüler wurden befragt

Mit Hilfe moderner Technik und Programme kann der Unterricht vorläufig auch in der Isolation weitergeführt werden. Foto: dispatch.m.io

Das Schuljahr soll mit den von den Schülern bisher erhaltenen Noten abgeschlossen und der Stoff, der bislang nicht unterrichtet wurde, im nächsten Schuljahr vorgetragen werden. Mehr als die Hälfte der 12.179 Eltern, die an der Umfrage der Nationalen Föderation der Elternverbände – Voruniversitäre Ausbildung (Federația Națională a Asociațiilor de Părinți – Învățământ Preuniversitar) und des Schulamts in Kronstadt/Brașov teilgenommen haben, sind da einer Meinung. 35 Prozent finden jedoch, dass Sommerunterricht die beste Lösung sei, den übrig gebliebenen Stoff zu erlernen, wobei 5,6 Prozent der Eltern die Einfrierung des Schuljahres für gut finden. Die Umfrage „Die Fortsetzung der Tätigkeiten im Erziehungsbereich” wurde zwischen dem 10. und 14. April online durchgeführt und umfasste drei Fragebögen, je einen für Lehrkräfte, Schüler und Eltern. Die Fragen für die ersten beiden Kategorien gehen in die Richtung der Nutzung und Nützlichkeit des Online-Unterrichts, die Ergebnisse werden zurzeit noch bearbeitet. Rund 8000 Schüler und 2200 Lehrkräfte haben an der Umfrage teilgenommen. Eine Statistik mit den Antworten der Eltern wurde schon öffentlich gemacht und ist auf der Internetseite des Schulamts der Zinnenstadt, www.isjbrasov.ro, in der Sparte „Noutăți“/Neuigkeiten und auf der Seite www.fnapip.ro zu finden. Sie wurden auch dem Erziehungsministerium zugesendet.

Wann sollten die Schulen wieder öffnen?

Die vier Fragen aus dem Fragebogen für Eltern wurden zur Mehrzahl (81,1 Prozent) von Stadtbewohnern zwischen 35 und 50 Jahren beantwortet, über 50 Prozent der Eltern haben Hochschul- oder postuniversitären Abschluss. Die Gestalter der Umfrage wollten wissen, wann die Eltern die Wiedereröffnung der Schulen für richtig halten. Dabei vertrauen mehr als 7000 Eltern auf die Entscheidung der Behörden, wobei knappe 2700 den 15. Mai für richtig halten. Dafür sind sich die allermeisten Eltern aber einig: Ab nun sollen die Schulen regelmäßig desinfiziert werden. 6000 Eltern halten es sogar für richtig, dass ärztliches Personal jeden Morgen den gesundheitlichen Zustand der Schüler und Lehrkräfte überprüft und demzufolge deren Zugang in die Institution zulässt oder verweigert. Auch wollen 64,8 Prozent der Eltern, dass die Kinder nach jeder Stunde die Hände mit Wasser und Seife waschen. Hier sei vermerkt, dass in zahlreichen Schulen die Grundhygienemittel wie Seife, Klopapier und Papierhandtücher immer noch fehlen, oder wenn es sie gibt, dann werden sie von den Eltern gekauft, nicht von der Schule frei zur Verfügung gestellt. Von warmem Wasser zum Händewaschen kann man wohl nur träumen.

Auf die Frage, ob die Schüler der 8. und 12. Klassen die Prüfungen aus dem Lehrstoff ablegen sollen, der bis zum 11. März unterrichtet wurde, antworteten rund drei Viertel der Befragten mit „Ja“. Für diese Schüler gibt es regelmäßigen Unterricht, der vom öffentlich-rechtlichen Fernsehsender TVR ausgestrahlt wird und somit auch Schüler erreicht, die über keine modernen technischen Mittel wie Computer oder Tablet oder über keine Internetverbindung verfügen.

Das Kronstädter Schulamt hat Anfang April auch die Grundschullehrer aus dem Kreis zum Onlineunterricht befragt, sowie zur Fortsetzung der schulischen Tätigkeiten und der Beteiligung von Eltern und Schülern an diesen. Die Ergebnisse der Online-Umfrage „Verbindung und Lernen im Grundschulbereich in Kronstadt“ (“Conectare și învățare la nivel primar în Brașov”) sind auf der Internetseite des Kronstädter Schulamts zu finden. Die Fragebögen wurden von 852 Lehrkräften aus allen staatlichen Schulen, die auch Grundschulunterricht anbieten, ausgefüllt. 303 Lehrkräfte sind aus Kronstadt, 229 aus kleineren Städten wie Fogarasch/Făgăraș, Zeiden/Codlea, Rosenau/Râșnov, Săcele und Zărnești, Predeal, Weidenbach/Ghimbav, Reps/Rupea, Viktoriastadt/Victoria und 320 von ländlichen Schulen.

Online-Unterricht ist gewöhnungsbedürftig

Nach der Schulschließung am 11. März ist der Unterricht ins Internet übergegangen. Lehrer haben ausschließlich durch elektronische Kommunikationsmittel mit ihren Schülern kommuniziert, wobei Apps wie Whatsapp, Facebook Messenger die beliebtesten sind. Für Videokonferenzen, in denen sich Schüler mit ihren Lehrern vor dem Bildschirm treffen, um Kenntnisse zu festigen oder neue Informationen zu erfahren, wird Google Meet, Skype, Webex oder auch Zoom angewendet. Die Ergebnisse zeigen, dass 48,3 Prozent der Lehrer ihre Schüler vier- bis fünfmal die Woche, 27,5 Prozent nur zwei- bis dreimal wöchentlich treffen, 11 Prozent überhaupt nicht. Am Unterricht nehmen durchschnittlich drei Viertel der Schüler teil. Die Online-Aktivitäten finden rund ein Drittel der Lehrer nützlich, unter anderem weil die Beziehung zu den Schülern und deren Bindung ans schulische Leben, sowie die Kommunikation mit den Eltern somit erhalten bleiben. Gleichzeitig bieten sie einen organisierten erzieherischen Rahmen, der von einer Lehrkraft geleitet wird und der die Festigung der Kenntnisse mit spaßigen Aktivitäten zu vereinen weiß.

Rund 100 Lehrkräfte, die den Fragebogen ausgefüllt haben, finden, dass der Online-Unterricht nicht nützlich sei. Das gilt wohl besonders für Lehrer, die Unterricht in ländlichen Gegenden haben, wo die Schüler weder die technischen Voraussetzungen besitzen, noch Internetzugang haben. In diesem Sinne hat das Kronstädter Schulamt vor Kurzem EU-Fonds beantragt, um benachteiligten Schülern alle technischen Bedingungen gewährleisten zu können.

Was etwa die Hälfte der Grundschullehrer allerdings beklagt, sind die Schwierigkeiten, die moderne Technologie anzuwenden, virtuelle Gruppen zu bilden, sich auf Plattformen einzuloggen. Das haben sie auch bei manchen Eltern bemerkt. Außerdem haben sie vermerkt, dass nicht alle Schüler der Vorschulklasse bis zur 4. Klasse an den Online-Treffen teilnehmen können, weil sie auf die Hilfe der Erwachsenen angewiesen sind und diese meist arbeiten, oder die Computer von älteren Geschwistern für ihren Unterricht benutzt werden. Andererseits geben die Lehrer an, dass bei den Schülern ein relativ hohes Interesse für den Online-Unterricht besteht. Valentin Bucur, einer der Schulinspektoren, der die Umfrage betreut, meint, dass diese Methode zu unterrichten, die in manchen Schuleinheiten schon seit einigen Jahren angewendet wird, wohl in Zukunft immer mehr als zusätzliche Lehrform zum Einsatz kommen werde. Dafür müssen allerdings die Lehrkräfte ausgebildet und mit Arbeitslaptops oder Tablets ausgestattet werden, wie mehr als die Hälfte der Lehrer im Fragebogen angaben. Auch die Ausstattung aller Schüler mit Tablets oder Computern sei dafür nötig.

Auf der Webseite des Schulamts gibt es auch eine spezielle Sparte zum Thema Covid-19, mit Ratschlägen zur guten Überbrückung dieser Zeiten.

Laut neuesten Angaben der Bildungsministerin Monica Anisie soll das Schuljahr 2019/2020 beendet werden und Schüler und Studenten sollen ihre Prüfungen, voraussichtlich im Monat Juli, ablegen.

 

cffviseu

Kommentare zu diesem Artikel

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Bemerkungen :

  • user
    Adalbert 28.04.2020 Beim 09:34
    Und was soll denn mit den bereits eingeplanten DSDI- Prüfungen geschehen?