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Unser geistiger Hausbau

Symbolfoto: Pixabay.com

Wer ein Haus baut, der will, dass es auch für lange Zeit Bestand hat. Es soll Wind und Wetter trotzen und Stürme überdauern. Das gelingt nur, wenn es auf einem widerstandsfähigen Fundament errichtet wird. Auch unser Ich ist ein geistiges Haus, das wir errichten müssen. Es soll sogar unsere irdische Lebenszeit überdauern. Dazu benötigt es das festeste aller Fundamente. Es gibt nur eines, das alle Zeiten überdauern kann: Jesus Christus! Dieses Fundament mahnt der Apostel Paulus den Korinthern an (3,11). „Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist: Jesus Christus!“ Die Epheser ermuntert er (3,17): „Christus wohne durch den Glauben in euren Herzen, in der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet!“ Auch der Apostel Petrus mahnt uns zu diesem geistigen Hausbau (1 Petr. 2,5): „Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen!“ Wir wollen doch nicht sang- und klanglos aus dieser Welt verschwinden. Unser Lebensdurst ist viel zu groß dazu. Goethe hat diesen Wunsch Faust in den Mund gelegt: „Es kann die Spur von meinen Erdentagen, nicht in Äonen untergehen!“

Bauen wir deshalb das geistige Haus unseres Ichs sorgfältig auf das Fundament Christi. Es sind geistige Bauelemente: Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe und andere geistige Qualitäten. Wir haben die Wahrheit notwendig. Auf Irrtum und Lüge kann man kein erfolgreiches Leben aufbauen. Ohne Gerechtigkeit sind wir der Willkür und den Launen der Mächtigen hilflos ausgeliefert. Bleibt die Liebe Stiefkind, herrscht Missgunst und Hass. Mit Unwerten können wir kein gutes geistiges Haus erbauen. Wenn wir die wahren Lebenswerte beiseiteschieben, wie wird dann unser geistiges Haus aussehen? Bei manchen wird es eine Spelunke, wo nur Fusel ausgeschenkt wird. Bei anderen wird es ein Geldinstitut. Hier haben nur bedruckte Geldscheine wert und das Klingen von Münzen ist die Herzmusik. Andere funktionieren ihr Ich-Haus in ein Tanzlokal, in ein Modehaus, in ein Restaurant, in eine Sportanlage um. Nach dem Willen Gottes sollte es ein Haus werden, in das Er einkehren kann.

Wir leben sorglos in den Tag hinein; Jahr um Jahr vergeht, wir werden alt und eines Tages geschieht das, wovor Jesus uns im Matthäusevangelium warnt: „Wie es in den Tagen des Noah war, so wird es bei der Ankunft des Menschensohnes sein. Wie die Menschen in den Tagen vor der Flut aßen und tranken und heirateten, bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging, und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte, so wird es auch bei der Ankunft des Menschensohnes sein. Dann wird von zwei Männern, die auf dem Felde arbeiten, einer mitgenommen und einer zurückgelassen. Und von zwei Frauen, die mit derselben Mühle mahlen, wird eine mitgenommen und eine zurückgelassen!“ Je nachdem, wie wir unser geistiges Haus erbaut haben, wird sich unser ewiges Schicksal gestalten. Manche werden in die „ewigen Wohnungen“ aufgenommen, andere bleiben ausgeschlossen.

Der Apostel Paulus bezieht sich auf das Baumaterial (1 Kor. 3,12): „Ob aber jemand auf dem Grund (Christus) mit Gold und Silber, kostbaren Steinen, mit Holz, Heu oder Stroh weiterbaut: Das Werk eines jeden wird offenbar werden; jener Tag wird es sichtbar machen, weil es im Feuer offenbart wird. Das Feuer wird prüfen, was das Werk eines jeden taugt“.
Gebrauchen wir zu unserem geistigen Hausbau feuerfestes Material, das der Prüfung standhalten kann: Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe! Der Maler Friedrich Overbeck (1789 – 1869) sagte zu seinem Freund Eduard von Steinle: „Wohl ist unser Künstlerberuf herrlich. Aber am Ende werden wir nicht gefragt, wie viele vortreffliche Bilder wir der Nachwelt hinterlassen haben, sondern ob der Herr in uns sein eigenes Bild wiedererkennt!“

Für alle, die ihr geistiges Haus auf das Fundament Christi gründen und es mit seinen Lebenswerten erbauen, wird sich seine Verheißung erfüllen (Joh. 14,23): „Mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen!“ Prüfen wir in der Adventszeit, ob unser geistiger Hausbau dauerhaft bleibt.
 

cffviseu

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