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Statt Straßentheater ein Festival der Jungregisseure

In Reschitza alljährlich eine internationale Leistungsschau des Theaterschaffens der Jungregisseure

Am Gala-Abend des Festivals der Jungregisseure in Reschitza soll das Bukarester Theater „unteatru“ Andrei Șerbans Inszenierung von Tschechows „Die Möwe“ vorstellen. Foto: unteatru

Florin Gabriel Ionescu, seit einem guten Jahr als Intendant des Reschitzaer „Theaters des Westens” im Amt, kündigte dieser Tage im Rahmen einer Pressekonferenz an, dass es diesmal im Februar kein Festival unter dem Namen „Die Bühne wie eine Straße“ mehr geben wird (bislang hat dieses zehntägige Thaterfestival mit internationaler Beteiligung viermal stattgefunden), dass dafür aber im Juni in Reschitza ein „Festival der Jungregisseure“ mit internationaler Beteiligung aus der Taufe gehoben wird. Neben einem Preis, der dem Durchschnittshonorar für eine Regieleistung in Rumänien entspräche (5000 Euro), wird der von einer Jury bestimmte herausragende Jungregisseur jedes Festivals in der darauf folgenden Spielzeit am Reschitzaer Theater eine Inszenierung realisieren. Der Preis trägt den Namen eines verstorbenen Regisseurs, „Aureliu Manea“, und wird zur Hälfte von der Schwester Aurel Maneas, zur anderen vom veranstaltenden Theater („oder einem Sponsor“) getragen, gab Ionescu bekannt.

„Das Festival gibt Regisseurinnen und Regisseuren, die das 40. Lebensjahr noch nicht erreicht haben, die Chance für einen großen Auftritt”, sagte Gabriel Ionescu. „Die Auswahl trifft der Bukarester Lyriker, Kunstkritiker und Verleger Ion Cocora, der aus Reschitza, also aus dem Banater Bergland stammt. Wir haben uns als Austragungsmonat für den Juni entschieden, damit das Festival vor jenem von Hermannstadt stattfindet und eventuell mit dortigen Auftritten der teilnehmenden Ensembles verbunden werden kann. Alle Stücke, die aufgeführt werden, wurden 2018 inszeniert. UNITER, der Theaterverband, unterstützt uns aktiv in der Festivalidee und in der Auswahl der Stücke sowie finanziell. In unserer engeren Auswahl haben wir 14 Aufführungen von Inlandstheatern, sowie je eines aus Ungarn und aus Deutschland.”

In der engeren Auswahl sind je zwei Stücke des Bukarester Odeon-Theaters, des Hermannstädter Radu Stanca-Theaters, des Nationaltheaters „Lucian Blaga“ in Klausenburg, je eine Inszenierung des Arader „Klassischen Theaters Ioan Slavici“, des Bukarester Bulandra-Theaters, des Nationaltheaters Jassy, des Nationaltheaters von Neumarkt am Mieresch/Târgu Mureș, des Großwardeiner „Regina Maria”-Theaters. Natürlich auch ein Stück des veranstaltenden „Theaters des Westens“ (TdV). Zuletzt werde man wohl, auch aus Kostengründen, bei acht einheimischen und zwei Inszenierungen aus dem Ausland bleiben, meint Ionescu, womit auch die Theaterdekade von Reschitza vollauf abgedeckt sei. Über den Juryvorsitz (die Jury soll aus fünf Theaterfachleuten bestehen) habe er sich noch nicht mit Cocora einigen können: Er selber möchte, des objektiven Blicks wegen, einen bewährten ausländischen Regisseur dafür gewinnen, Cocora sei für ein Mitglied der Rumänischen Akademie der Wissenschaften.

„Fakt ist, dass die Idee für dieses internationale Theaterfestival in der Theaterwelt Rumäniens phantastisch gut aufgenommen wurde“, unterstrich Florin Gabriel Ionescu. „Sowohl der Theaterverband UNITER, als auch das Ministerium für Kultur und Nationale Identität haben (einschließlich finanzielle) Unterstützung zugesagt. UNITER wird die Schirmherrschaft übernehmen und unser Hauptpartner sein. Außerdem: es wird auf keinen Fall ein `billiges` Festival und wir müssen sehr aufmerksam die Kosten jedes einzelnen Gastspiels abwägen.“
Für das TdV selber sei der Gewinn ein doppelter: einerseits an Prestige, auch international, andrerseits, dass in jeder darauf folgenden Spielzeit ein neuer junger Regisseur die Chance zu einer Inszenierung in Reschitza bekommt. „Vor allem in den Reihen junger Regisseure ist die Idee bestens aufgenommen worden, denn bei uns werden sie die Chance des Vergleichs unter Gleichen haben, sich nicht am Anfang ihrer Karriere mit Inszenierungen von Starregisseuren wie Silviu Purcărete, Alexandru Dabija, Andrei Șerban, Mihai Mănuțiu oder Victor Ioan Frunză messen müssen.“ So weit Florin Gabriel Ionescu.

Es soll im Juni auch einen Gala-Abend geben, und zwar, nach dem Willen von Ion Cocora, mit einer Inszenierung von Andrei Șerban: „Die Möwe“ von Tschechow. Jedes Jahr zur Festivalzeit im Juni soll also doch auch eine Arbeit eines der großen und international anerkannten rumänischen Regisseure in Reschitza gezeigt werden.

cffviseu

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