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Wenn die Berge singen

Hunderte Teilnehmer und Tausende Zuschauer beim diesjährigen Folklorefestival in Hermannstadt

Von Andrei Kolobov - Rund 600 Teilnehmer an der 36. Auflage des internationalen Folklorefestivals „Cântecele Muntilor“ (Lieder der Berge) marschierten am Freitagabend durch die Heltauergasse/Str. Nicolae Bãlcescu in Richtung Großer Ring/Piata Mare. Folkloregruppen aus Bulgarien, Griechenland, Mexiko, Serbien, Zypern und Rumänien, mit dem Hermannstädter Ensemble „Junii Sibiului“ an der Spitze, zeigten in der Fußgängerzone nicht nur die bunten Trachten, sondern auch ihr tänzerisches Können. Lange vor dem Aufmarsch füllte sich die Heltauergasse mit neugierigen und ungeduldigen Zuschauern. Das Warten war keinesfalls langweilig, da die auf den Beginn der Veranstaltung wartenden Ensembles das Publikum mit spontanen Einlagen unterhielten: Die Serben sangen ein sehr traurig klingendes aber schönes Lied, daneben tanzten im Kreis die Griechen.

Die Gruppe aus dem Kreis Muresch erhielt die letzten Anweisungen und die jüngsten Teilnehmer aus Bulgarien zupften nervös an ihrer Kleidung. Der Festzug brauchte fast eine Stunde, um die kurze Strecke bis zum Großen Ring zu bewältigen. Er wurde regelmäßig angehalten, die Trachtenträger posierten vor den zahlreichen Fotografen und unterhielten das Publikum mit tänzerischen Einlagen. Der Aufmarsch stellte nicht nur eine optische Herausforderung – da man einfach nicht wusste, wohin man sehen soll – sondern auch eine akustische dar: Fast jede Gruppe hatte zwar eine kleine, aber umso lautere Musikband dabei. So vermischten sich die mexikanischen Rhythmen mit den serbischen, die griechische Musik wurde von der rumänischen abgelöst – eine beinahe perfekte Kakophonie.

Wer am Großen Ring zusammen mit den Teilnehmern des Festivals ankam, hatte keine Chance, einen Platz in der Nähe der Bühne zu erhaschen. Was andere rumänische oder internationale Künstler nicht schaffen, gelingt dem Folklorefestival jedes Jahr: An allen drei Abenden des Folklorefestivals war der Große Ring berstend voll. Am Samstag- und am Sonntagabend traten die Ensembles aus Bacãu und Mexiko beziehungsweise aus Arad und Zypern auch in Sãliste auf, beim Festival der „Mãrginime“. Neben den Auftritten der Tanzgruppen sorgten auch die rumänischen Folkloresängerinnen und -sänger für großen Zulauf. Rund drei Dutzend Künstler traten während des Festivals auf. Die Organisatoren entschieden sich, das Gewicht heuer auf die Unterhaltungsmusik zu legen. Neben den Auftritten am Großen Ring, den Seminaren sowie Ausstellungen lud jedes Teilnehmerland zu einem traditionellen Abend mit kulinarischen Spezialitäten ein.

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