Die Temeswarer „Luther-Eiche“ wird 100

Blick durch die Zweige der „Luther-Eiche“ im August 2019 Foto: Luzian Geier

Die Kopie des Bildes aus dem Jahr 1933 mit dem evangelischen Gebäude-Komplex in der Temeswarer Innenstadt und dem etwa 12-jährigen Bäumchen vorne links neben den Gehwegen.

An wenigen Temeswarer alten Bäumen kann man Geschichten oder die Geschichte des Exemplars nachverfolgen, vor allem nicht an Gehölzen außerhalb der alten und geschützten Stadtparks oder von alten Grünanlagen. Mit diesem Beitrag sei an ein besonderes Ereignis und die damals gepflanzte Eiche erinnert.

Im Luther-Jahr 1933 – 450 Jahre seit der Geburt des Reformators – wurde in Temeswar der Vorplatz bei der evangelischen Kirche in Luther-Platz benannt. Ursprünglich gehörte die Fläche als Teil des Festungsgrundes nicht zum evangelischen Ensemble Gotteshaus, Knaben- und Mädchenschule sowie Pfarrhaus. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die zu einem kleinen Park umgestaltete Fläche zum Doice{ti-Platz. Auf den neuen Stadtplänen (nach 1993) gibt es hier in der Nähe die Martin-Luther-Straße, ein Abschnitt der früheren berüchtigten Popa-Șapcă-Straße mit dem großen Gefängnis (von 1926 bis 1947 Lenau-Str.), und zwar von der Ecke gegenüber dem Continental-Hotel an der Bastei entlang bis zur nördlichen Kreuzung neben dem „Springbrunnen der vier Himmelsrichtungen“.

Als 1934 das Buch zur Entstehung der evangelischen Gemeinschaften im Banat und zur Geschichte der Kirchengemeinde und Kirche in Temeswar erschien (1824-1934), stellte der Verfasser Pastor Viktor Schemmel dem Text ein damals aktuelles Foto der Gesamtanlage voran mit Kirche (Mitte), Pfarrhaus links und Schulgebäude unmittelbar rechts nebenan. Zu sehen ist auch der Vorplatz bis zum Gehweg. In der Ecke links neben dem Gehsteig und dem Hauptweg zum Eingang der Kirche ist eine  etwa zehn bis 12-jährige Eiche zu sehen. Sie steht etwa 100-jährig und mächtig heute noch. Der Baum wurde im Gedenkjahr, im Spätherbst 1933, gelegentlich der Reformations- und Festwoche als „Luther-Eiche“ angepflanzt. Damals wurde auch die Banater „Luther-Zeitung“ ins Leben gerufen. Die Kriegsereignisse ließen sie jedoch bald eingehen. Ein weiteres damals geplantes Vorhaben blieb aus dem gleichen Grund in den Planungen stecken: auf dem schmalen Platz sollte ein Luther-Denkmal errichtet werden.

 

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