Börse und SIF zahlen die Zeche für politische Unentschlossenheit

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Die Politik machte dem Kapitalmarkt in der vergangenen Woche wieder einen Strich durch die Rechnung. Eine Entscheidungsfindung über die Anhebung der Beteiligungsgrenze an den SIF-Investmentgesellschaften von einen  auf fünf Prozent wurde vertagt. Die Aussichten auf eine Anhebung der Beteiligungsgrenze hatten in der Vorwoche zu zweistelligen Kursgewinnen bei den SIF-Aktien geführt. Die Marktkapitalisierung sank in der vergangenen Woche unter 14,5 Milliarden Euro, der durchschnittliche Tagesumsatz ging um 36 Prozent zurück. Dafür wurden in der vergangenen Woche insgesamt 3,43 Millionen Euro mit Anleihen umgesetzt.

Indizes und Aktien

Der rumänische Kapitalmarkt beschleunigte die in der Vorwoche einsetzende negative Tendenz. Die Investmentgesellschaften wurden ebenso hart abgestraft, wie sie in der Vorwoche durch die Erwartungen an eine politische Entscheidung zugelegt hatten. Der entsprechende Index, BET-FI, verlor auf Wochensicht 9,8 Prozent, fast die Hälfte des Zuwachses der Vorwoche. Damit aber verlor der Index auch die Unterstützung bei 20.000 Punkten. Ebenso rutschte der ROTX-Index durch den Druck auf Bankaktien weit unter die 8000-Punkte-Marke und schloss mit einem Wochenverlust von 5,9 Prozent. Petrom (SNP, 0,275 Lei) wurde wegen eines Darlehens über 930 Millionen Euro mit einem Wochenverlust von 8,3 Prozent abgestraft. Ursprünglich wollte der Konzern nur 750 Millionen Euro Kredit für die Tilgung älterer Schulden aufnehmen. Der Energiewerte-Index BET-NG rutschte unter die 600-Punkte-Marke (minus 6,4 Prozent). Der Markt verlor insgesamt 4,4 Prozent aufgrund der Sorgen um den Euro, die auch auf die Bukarester Börse abfärbten.

Nur wenige Emittenten konnten in der vergangenen Woche Kurszuwächse verzeichnen. Dies waren Aerostar Bacau (ARS, 1 Lei), die im dritten Quartal einen Gewinnsprung von zwölf Prozent auf das Vorquartal verzeichnet hat. Inmitten der Schuldenkrise, die besonders Banken hart getroffen hat, konnten BRD-Aktien erstaunlicherweise noch im Plus schließen. Bei Aktienstückpreisen zwischen 10,4 und 10,8 Lei bewegen sich diese Papiere nahe am 52-Wochen-Tief, sodass ein Einstieg derzeit durchaus seinen Reiz haben könnte. Auch der Düngemittelhersteller Azomures (AZO, 1,29 Lei) konnte den Aufwärtstrend seiner Aktien fortsetzen. Der Kauf durch den schweizerischen Ameropa-Konzern scheint mittlerweile perfekt zu sein.

Ausblick

SIF-Aktien werden auch weiterhin im Fokus der Anleger stehen, die Anhebung der Beteiligungsgrenze ist ja nicht vom Tisch. Auch die börseneigenen Aktien (BVB, 27,02 Lei) werden weiterhin interessant bleiben. Anfang Januar soll ein neuer Aufsichtsrat der Börse gewählt werden. Drittens, dürften FP-Aktien wieder ins Rampenlicht geraten. Auf der vergangene Woche abgehaltenen Aktionärsversammlung wurde der Haushalt für 2012 verabschiedet, der unter anderem einen Gewinnsprung von 114 Prozent vorsieht. Außerdem soll Fondsverwalter Franklin Templeton nun über 20 Prozent statt wie bisher nur über fünf Prozent der Aktiva des Fonds frei entscheiden dürfen.

Rasdaq

Der Sekundärmarkt Rasdaq überraschte mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von umgerechnet 0,49 Millionen Euro, das Vierfache des Vorwochenwertes. Allerdings ist dies fast ausschließlich einer Transaktion über 1,7 Millionen Euro mit Aktien des Textilherstellers Korin România SA aus Slobozia (FILE, 4,18 Lei) zu verdanken. Der Hauptgesellschafter, ein koreanischer Geschäftsmann, verkaufte das Unternehmen am Montag vergangener Woche. Ein Sonderdeal mit knapp 250.000 Aktien des Maschinenherstellers Utalim SA Slatina (UTOL, 7,94 Lei) deckte am vergangenen Freitag 77 Prozent des Tagesumsatzes von 2,5 Millionen Lei. Der Hauptindex Rasdaq-C indes verlor weitere 33 Prozent auf Wochensicht und bewegt sich immer stärker auf die 1500er-Marke zu.

Devisen

Im Kampf gegen die Devisenspekulanten musste der rumänische Leu in der vergangenen Woche Federn lassen. Mit einem Schlussstand von 4,3260 Lei notierte der Euro am vergangenen Montag auf dem höchsten Stand seit Juli 2010 und somit auf dem bisherigen Jahreshoch. Ein möglicher Grund dafür könnte der Anstieg des Risikoaufschlags für Rumänien in der vergangenen Woche auf 4,85 Prozent sein. Wenig hilfreich für die Region wird auch die Herabstufung Ungarns durch die Ratingagentur Moody’s gewesen sein. Auf Wochensicht legte der Euro 0,5 Prozent und der US-Dollar zwei Prozent auf den Leu zu.

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