Krieg in der Ukraine und Wirtschaftssanktionen setzen Bukarester Börse arg zu

Wie zu erwarten war, hat der Krieg in der Ukraine auch die rumänische Börse hart getroffen. Viele Indizes schlossen die vergangene Woche mit zweistelligen Verlusten, nur der Finanzwerte-Index BET-NG „rettete“ den Durchschnitt vor Verlusten über zehn Prozent. Denn im Durchschnitt verloren die Indizes 9,8 Prozent, wobei der Hauptindex BET, der BETPlus und der ROTX diesen Durchschnitt übertrafen. Der Hauptindex verlor 11,6 Prozent und fiel somit auch unter die 12.000-Punkte-Marke. Der Wochenverlust des ROTX lag bei 10,8 Prozent und fiel unter die 25.000-Punkte-Marke. Der Energiewerte-Index BET-NG verlor „nur“ 9,6 Prozent auf Wochensicht, die 800-Punkte-Marke ist erst einmal Vergangenheit. Der Finanzwerte-Index wies mit minus 5,4 Prozent den niedrigsten Wochenverlust aus, fiel aber dadurch unter die 48.000-Punkte-Marke.

Banken von Wirtschaftssanktionen betroffen

Die hohen Kursverluste der Indizes spiegelten sich auch in der Marktkapitalisierung wider. Der Gesamtwert aller gehandelten Aktien ging in der vergangenen Woche um 11,6 Prozent zurück, die Marktkapitalisierung fiel von 211 Milliarden Lei auf 187 Milliarden Lei. Handelsmäßig ließ das Interesse der Anleger nicht unbedingt nach. Im Vergleich zur Vorwoche legte der Umsatz mit Aktien 11,8 Prozent zu auf insgesamt 479,8 Millionen Lei. Etwas mehr als ein Viertel davon ist auf den Handel mit Aktien der Banca Transilvania (TLV, 2,2 Lei, ISIN ROTLVAACNOR1) zurückzuführen. Hier spielte auch ein Sonderdeal mit TLV-Aktien am vergangenen Donnerstag eine Rolle, als eine Million Aktien den Besitzer wechselten. Die Aktie brach in der vergangenen Woche um 16 Prozent ein. Das ist nicht weiter verwunderlich, der Banksektor ist von den wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland besonders hart getroffen – und hier vor allem österreichische, italienische und französische Banken. Das haben auch die rumänische Tochter der französischen Société Générale und die Erste Group Bank AG erfahren müssen: Die Aktien der Banca Română de Dezvoltare (BRD, 17,5 Lei, ISIN ROBRDBACNOR2) verloren 13,5 Prozent, jene der Erste Bank Group (EBS, 138,65 Lei, ISIN AT0000652011) 20,8 Prozent. 

Umsatzmäßig stand der Erdölkonzern OMV Petrom (SNP, 0,4265 Lei, ISIN ROSNPPACNOR9) an zweiter Stelle mit einem Volumen in Höhe von 61,2 Millionen Lei (12,75 Prozent). Die Aktien verloren nur 6,9 Prozent in der vergangenen Woche. Die Aktien der Banca Română de Dezvoltare schafften es mit einem Volumen von 43,7 Millionen Lei (9,1 Prozent vom Gesamtumsatz) auf Platz drei.

Fünf Gewinner in der vergangenen Woche

Nur fünf der 83 am Hauptmarkt gehandelten Emittenten konnten in der vergangenen Woche Kursgewinne erzielen. Für eine Überraschung sorgte der Maschinenbauer UCM (UCM, 0,4 Lei, ISIN RORESYACNOR6), dessen Aktien auf Wochensicht 98 Prozent zulegten. Einen ähnlichen Kurssprung erlebte die Aktie schon einmal am 20. Februar. 2011 war das Unternehmen in die Insolvenz geschlittert und seitdem vom Handel ausgeschlossen gewesen. 66 Emittenten verzeichneten Kursrückgänge. Der Weinerzeuger Purcari Wineries (WINE, 9,28 Lei, ISIN CY0107600716) belegte mit einem Kursverlust auf Wochensicht von 30,7 Prozent einen unrühmlichen ersten Platz auf der Verliererliste.

Der Februar, der am Montag vergangener Woche zu Ende gegangen ist, war auch ein Verlustmonat. Dabei wurden an dem Handelstag nicht einmal die höchsten Tagesverluste der Woche verzeichnet, die kamen erst am Freitag. Auf Monatssicht verloren die rumänischen Indizes fünf Prozent. Mit minus 5,6 Prozent verzeichnete der Finanzwerte-Index den höchsten Verlust, der ROTX stand mit minus 3,9 Prozent am besten da. Der Hauptindex BET verlor im Februar 5,2 Prozent.

Devisen

Der Leu gab weiter behutsam gegenüber beiden Leitwährungen in der vergangenen Woche nach. Der Euro blieb mit einem Kurszuwachs von 0,024 Prozent auf Wochensicht sehr stabil. Der US-Dollar verlangsamte seinen Aufwärtstrend etwas. Das Wochenplus betrug 1,6 Prozent, in der Vorwoche lag es noch bei 1,7 Prozent. Der Euro startete bei 4,948 Lei in den März, der US-Dollar bei 4,4218 Lei. Für den Euro kamen noch 0,0011 Lei hinzu am gestrigen Montag (auf 4,9491 Lei). Der US-Dollar startete bei 4,4984 Lei in die neue Handelswoche.


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