Unentschlossenheit belastete den rumänischen Aktienmarkt

Ein Rückblick auf den Handel an der Bukarester Wertpapierbörse

Der Bukarester Aktienmarkt ließ sich in der ersten Woche mit verlängerten Handelszeiten (ADZ berichtete) kaum von den Daten aus Übersee beeinflussen. Der Handel nahm Fahrt auf, der durchschnittliche Tagesumsatz steig auf umgerechnet über 9 Millionen Euro, in der Woche zuvor lag er noch bei 5,2 Millionen Euro. Allerdings überwogen die Verkäufe, die Börsenmaxime „Sell in May and go away” (so viel in etwa wie „verkaufe im Mai und geh’ in Urlaub”) scheint auch in Bukarest Anwendung zu finden.

Indizes und Aktien

Sämtliche Indizes schlossen wieder mit Verlusten, dabei lagen diese im durchaus vertretbaren einstelligen Bereich. Da die SIF-Aktien uneinheitlich schlossen, jene des Fonds „Proprietatea” zwar ihren Abstieg verlangsamten (obwohl sie erneut den bis dato untersten Grenzwert durchbrochen hat), dennoch im Minus schlossen, wies auch der Finanzwerte-Index BET-FI einen Kursverlust aus (-1,4 Prozent).

Auch der in der Vorwoche noch im Plus schließende Energie-Index BET-NG musste in der vergangenen Woche passen. Er verlor auf Wochensicht 0,65 Prozent. Ähnlich wie in der Vorwoche entwickelten sich auch Pharmawerte wieder: Biofarm (BIO, 0,2121 Lei) legten kräftiger zu, Antibiotice Ia{i (ATB, 0,49 Lei) verloren erneut (etwas weniger). Einzig die Chemiewerte konnten sich gut behaupten in der vergangenen Woche (dazu siehe weiter unten).

Ausblick

Kurz vor der Sommerpause erlebte die Bukarester Börse ihr politisches Fiasko. Die oppositionelle Sozialdemokratisch-Liberale Union hat am vergangenen Wochenende ihr wirtschaftspolitisches Programm veröffentlicht. Darin wird die Börse nicht ein einziges Mal als möglicher Devisenbeschaffer für die klamme Wirtschaft genannt.

Regierungspolitiker ermüden nicht, die Börse als zukunftsträchtige Plattform für gelungene Privatisierung zu loben. Die für die Listung der schon so lange angekündigten staatlichen Beteiligungen benötigten Prospekte lassen immer noch auf sich warten. Kein Wunder also, wenn in der nächsten Zeit das Interesse der Anleger für die Börse weiter abnehmen wird.

Aktie der Woche

In dieser Ausgabe möchten wir uns nicht nur auf eine „Aktie der Woche” festlegen. Im Windschatten der bereits bekannten Oltchim-Aktien (OLT, 1,145 Lei) – die in der vergangenen Woche 82,3 Prozent zulegten aufgrund des anhaltenden Bieterkampfes, den der Minderheitsaktionär, der Duisburger PCC-Konzern angeheizt hat – legten in der 21. Kalenderwoche auch die übrigen Chemiewerte eine außergewöhnliche Performance hin. Amonil Slobozia (AMO, 0,02 Lei) und Azomure{ (AZO, 0,7895 Lei) konnten ebenfall zweistellige Wachstumsraten aufweisen.

Derweil geht der Poker um Oltchim weiter. PCC hat in der vergangenen Woche seine Beteiligung um 3 Prozent auf 15,77 Prozent ausgebaut und den Preis der OLT-Aktien weiter hochgetrieben. Zweitwichtigster Aktionär ist immer noch der britische Carlson Private Equity, der sich in den Medien beklagte, für seine 12 Prozent keinen Käufer zu finden. Unter den neuen Gegebenheiten stieg die Kapitalisierung des Chemieunternehmens auf umgerechnet über 95 Millionen Euro.

Rasdaq

Dem Sekundärmarkt Rasdaq ging in der vergangenen Woche die Puste aus, nachdem in der Vorwoche der durchschnittliche Tagesumsatz auf fast 0,9 Millionen Euro geklettert war. In der vergangenen Handelswoche betrug er nur noch 0,1 Millionen Euro. Kein Sonderdeal, der den trägen Handel an der unregulierten Börse gestört hätte. Der Hauptindex schloss mit einem Minus von nur 0,08 Prozent fast gleichauf mit dem Wert vom Vorfreitag.

Devisen

Der Leu schwächelte etwas stärker in der vergangenen Woche, als noch in der Woche zuvor. Vor allem der US-Dollar konnte sich, trotz Mahnung durch Rating-Agenturen an die USA, deren Bonität herabstufen, gegen den Leu behaupten und kletterte wieder über die 2,9-Lei-Marke. Auf Wochensicht bedeutete dies ein Wertverlust des Leu um 1,1 Prozent. Gegenüber dem Euro gab der Leu 0,5 Prozent nach, der Euro schloss wieder deutlich über der 4,1-Lei-Marke bei 4,1315 Lei.


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